Tipp der Woche: Tuberkulose konsequent bekämpfen

Täglich sterben weltweit 4.000 Menschen an Tuberkulose. In Deutschland ist die Krankheit zwar extrem selten geworden – dennoch registrierten Experten des Robert Koch-Instituts (RKI) im Jahr 2015 mit ins­ge­samt 5.865 Patienten die höchsten Tuberkulose-Fallzahlen seit 2005. Trotz zunehmender Migration stellten die Experten fest, dass ungefähr jeder Dritte der Patienten aus Deutsch­land stammt. Zum Welttuberkulosetag am 24. März 2017 informiert das IPF: Moderne Laborverfahren erleichtern Diagnose und Therapie der Tuberkulose. Therapietreue der Patienten reduziert das Resistenzrisiko.

Arzt untesucht älteren Patieten auf Tuberkulose
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Labortests klären Tuberkuloseverdacht

Bei etwa 80 Prozent der Patienten befallen die Tuberkuloseerreger die Lunge. Betroffene verspüren oft unklare Symptome wie bei einem grippalen Infekt. Wer länger als drei Wochen hustet, sollte sich unbedingt untersuchen lassen. Bei Krankheitsverdacht stehen Medizinern mehrere Labortests zum Erregernachweis zur Verfügung. Hauttest und Bluttest zeigen, ob Patienten Kontakt mit Mykobakterien hatten; ein Schnelltest auf Erreger-DNA aus Sputum belegt eine aktive Erkrankung. Auf Röntgen- und MRT-Bildern erkennen Ärzte, wie schwer die Lunge betroffen ist.

Erreger im Labor genau bestimmen

Welcher Bakterienstamm die Tuberkulose ausgelöst hat, zeigt eine Bakterienkultur aus Sputum oder Bronchialsekret des Patienten. Zugleich testen Labormediziner, welche Medikamente gegen die Mykobakterien wirken. Diese bakteriologische Untersuchung wird für die Behandlung immer wichtiger – Tuberkulose-Erreger zeigen sich zunehmend resistent gegen Antibiotika. Das RKI zählte im Jahr 2013 fast 3.000 Patienten, bei denen gängige Wirkstoffe versagten. Bei 3,4 Prozent von ihnen konnten auch Ersatzantibiotika nichts gegen den Erreger ausrichten (multiresistente Tuberkulose). Umso wichtiger ist es, dass Patienten alle verordneten Medikamente korrekt einnehmen. Auch das reduziert die Gefahr von Resistenzen.

 

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