Schwangerschaftsdiabetes im Griff

Zum ersten Mal seit rund zehn Jahren geht die Erkrankungszahl von Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes) zurück. Von 2002 bis 2011 stieg der Anteil von Schwangeren mit dieser Komplikation von rund 1,5 Prozent auf 4,4 Prozent an. 2012 sank er erstmals wieder geringfügig auf 4,3 Prozent. Experten sehen dies als Erfolg des Zuckerscreenings in der Mutterschaftsvorsorge.

Das IPF rät Schwangeren, diese Vorsorgeuntersuchungen zu nutzen. Übergewichtige Frauen mit Kinderwunsch sollten zudem ihre Blutzuckerwerte prüfen lassen, um ihr Schwangerschaftsdiabetes-Risiko einschätzen zu können.

 

Screening mit Labortests wirkt

Seit März 2012 bezahlen die gesetzlichen Krankenversicherungen einen zweistufigen Glukosetoleranztest für Frauen zwischen der 24. und 28. Schwangerschaftswoche, um Gestationsdiabetes festzustellen. Zunächst messen die Mediziner, wie schnell der Körper der Mutter Zucker abbauen kann. Dazu trinkt die Schwangere eine Lösung mit 50 Gramm Zucker. Nach einer Stunde prüfen sie anhand einer Blutprobe, wie hoch der Blutzuckerwert liegt. Bei erhöhten Werten folgt ein weiterer Test mit 75 Gramm Glukoselösung, der die Diagnose absichert. Für diesen Test muss die Schwangere nüchtern sein.

 

Gefahren für Mutter und Kind frühzeitig erkennen

Das Screening auf Schwangerschaftsdiabetes hilft dabei, erhöhte Blutzuckerwerte bei werdenden Müttern frühzeitig zu erkennen. Dies ist wichtig, da kaum Symptome zu bemerken sind. Unbehandelt birgt sie jedoch große Risiken für Mutter und Kind. So steigt die Gefahr, das Kind zu früh zu gebären oder eine Schwangerschaftsvergiftung zu erleiden. Ungeborene neigen bei unbehandeltem Schwangerschaftsdiabetes zu abnormer Gewichts- und Größenzunahme (Makrosomie). Gleichzeitig entwickeln sich die Organe, insbesondere die Lunge, verzögert.

 

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