Osteoporose: Ursachenforschung mit Labortests

In Deutschland sind Fachleuten zufolge rund sechs Millionen Menschen von Osteoporose betroffen. Bei dieser Stoffwechselerkrankung baut der Organismus übermäßig Knochengewebe ab, sodass die Knochen poröser werden und leichter brechen können. Labortests unterstützen die Diagnose ebenso wie die Suche nach möglichen Ursachen des Knochenschwunds, so das IPF zum Weltosteoporosetag am Dienstag, den 20. Oktober.

Die Grafik zeigt rot eingefärbt die Hüft- und Oberschenkelknochen. Der linke Knochen ist hellrot, der rechte dunkelrot.i
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Knochendichtemessung durch Laborwerte ergänzen

Am häufigsten entwickeln Frauen Osteoporose – sie machen 80 Prozent der Patient*innen aus. Die Krankheit entwickelt sich vor allem nach den Wechseljahren, wenn der Östrogenspiegel sinkt. Da das Hormon auch das Knochenwachstum beeinflusst, begünstigt die hormonelle Umstellung den Abbau von Knochensubstanz. In der Regel wird Osteoporose durch eine Messung der Knochendichte diagnostiziert. Aber: Auch wenn die Knochendichtemessung schlechte Werte ergibt, erklärt diese Untersuchung noch nicht endgültig, woher die verminderte Knochendichte kommt. Leitlinien raten daher im Zuge der Diagnostik zu umfassenden Labortests, um mögliche Ursachen für die verminderte Knochendichte aufzuspüren oder auszuschließen. Dabei werden unter anderem der Calciumspiegel sowie Nieren- und Schilddrüsenwerte untersucht.

Osteoporose kann auch Männer treffen

Bei Männern kann die Knochendichte ebenfalls krankhaft schwinden. Nach Angaben des Bundesselbsthilfeverbands Osteoporose ist immerhin jeder Fünfte mit Osteoporose männlich. Bei ihnen tritt der Knochenschwund häufig als Folge anderer Erkrankungen wie etwa Stoffwechselstörungen auf. Auch Medikamente wie Kortison können die Knochendichte beeinflussen. Fachleute sprechen dann von sekundärer Osteoporose. Eine ihrer Ursachen kann Hypogonadismus sein – der Körper produziert dann weniger Testosteron. Dadurch ist das Risiko für Knochenbrüche um das 1,5- bis 2-Fache erhöht. Bei Männern mit Osteoporose sollte daher bei Bedarf auch der Testosteronwert gemessen werden.