Neugeborenenscreening auch nach Hausgeburt

Für die meisten Kinder beginnt das Abenteuer Leben hierzulande in den Sommermonaten Juli und August. Der Großteil der Neugeborenen kommt im Kreißsaal zur Welt. Durchschnittlich etwa 10.000 bis 11.000 Kinder werden jedoch zu Hause oder im Geburtshaus geboren. Auch ihnen steht das Neugeborenenscreening zu: Mittels einer Blutprobe des Babys untersuchen Ärzte mit Hilfe von 14 Laborparametern die neuen Erdenbürger auf Stoffwechselerkrankungen und Hormonstörungen.

Baby nach Hausgeburt

Früherkennung mittels Filterpapierkarte

Bei stationären Entbindungen im Krankenhaus findet das Neugeborenenscreening in der Regel 35 bis 72 Stunden nach der Geburt statt. Dafür entnehmen die Ärzte ein paar Blutstropfen aus Babys Ferse. Sie werden auf einer speziellen Filterpapierkarte zur Untersuchung ins Labor ge-sendet. Nehmen Eltern ihr Kind nach einer ambulanten Geburt direkt mit nach Hause oder bei Hausgeburten kann entweder ein Kinderarzt oder die Nachsorgehebamme das Blut entnehmen und den Test durchführen lassen. Die Hebamme benötigt dafür allerdings den schriftlichen Auftrag des Kinderarztes.

Frühe Diagnose – bessere Entwicklungschancen

Das Neugeborenenscreening ermöglicht es, Erkrankungen frühzeitig zu behandeln und hilft so, Folgeschäden zu vermeiden. Im Fokus der ärztlichen Aufmerksamkeit stehen behandelbare Stoffwechselstörungen und Hormonerkrankungen. Im Durchschnitt finden die Ärzte bei einem von 1.000 Neugeborenen tatsächlich eine Diagnose. Dafür testen die Mediziner zwei bis drei Tage nach der Geburt in einer Blutprobe nach Markern für bestimmte Erkrankungen. Je nach Ergebnis können die Ärzte frühzeitig notwendige Therapien einleiten. Auch Kinder mit nicht heilbaren Erkrankungen wie der Mukoviszidose profitieren vom Neugeborenenscreening: Die Behandlung kann so früh wie möglich beginnen. So verbessern sich Lebenserwartung und Lebensqualität deutlich.

 

Der Tipp der Woche zum Download

IPF-Infografik "Häufigste Diagnosen beim Neugeborenenscreening" zum Download

 

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