Genanalyse mit Turbo
Viele Informationen zu möglichen Krankheitsrisiken oder bestehende Erkrankungen verstecken sich im Erbgut. Das gilt etwa für Seltene Erkrankungen. In der Mehrheit gehen sie auf Genveränderungen zurück. Diese muss der Arzt finden, um eine Diagnose stellen und die Therapie einleiten zu können. Erfolg versprechen moderne Verfahren wie Next Generation Sequencing. Damit können Mediziner gezielt diejenigen unter den 21.000 Genen eines Patienten untersuchen, die Hinweise für dessen Diagnose und Therapie liefern könnten. So steigt die Chance, dass Ärzte die krankmachende Mutation schneller finden. Genanalysen helfen auch Krebspatienten. Welche Medikamente am besten wirken, hängt von der Art der Zellmutationen ab. Bei erblich bedingten Krebserkrankungen klärt eine Genanalyse, ob Patienten zur Risikogruppe gehören – und sie intensivere Vorsorgeprogramme nutzen sollten.
Liquid Biopsy bei Krebserkrankungen
Inzwischen analysieren Mediziner nicht nur Eiweiße, die bei bestimmten Krebsformen in großen Mengen im Blut zu finden sind (Tumormarker). Sie können auch frei im Blut treibende Tumorzellen erkennen und deren DNA untersuchen. In Anlehnung an die Untersuchung von Gewebezellen (Biopsie) nennen Mediziner dieses Verfahren Liquid Biopsy. Einen Vorteil sehen sie darin, dass es umfassendere Erkenntnisse über krebsbedingte Genveränderungen erlaubt. Die Untersuchung eignet sich auch für Patienten, bei denen ein Eingriff zur Gewebeentnahme zu riskant ist. Eine Verpflichtung der Krankenkassen zur Kostenübernahme gibt es derzeit noch nicht, einige Kassen übernehmen die Liquid Biopsy aber im Rahmen so genannter „Verträge der Besonderen Versorgung“ (§ 140a SGB V). Ansonsten müssen Erkrankte die Kostenerstattung bei ihrer Kasse beantragen.
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