Ernährung: Wenn die Allergie mit am Tisch sitzt

Etwa vier Prozent der Menschen in Deutschland reagieren allergisch auf bestimmte Lebensmittel oder Speisen. Dazu kommen Menschen mit Unverträglichkeiten. Fachleute schätzen, dass in Industrienationen insgesamt mehr als 20 Prozent der Bevölkerung eines oder mehrere Lebensmittel nicht vertragen. Für die richtige Behandlung kommt es darauf an, eine echte Lebensmittelallergie von einer Intoleranz zu unterscheiden. Labortests helfen bei der Diagnose, so das IPF zum Deutschen Lebensmittelallergietag am Samstag, den 21. Juni.

Holzfigur mit roten Punkten schreckt vor Allergien auslösenden Lebensmitteln zurück
Pholidito | Fotolia

Lebensmittelallergie: Immunsystem in Not

Bei einerLebensmittelallergie „verwechselt“ das Immunsystem bestimmte Eiweißbausteine mit gefährlichen Eindringlingen und bekämpft sie mit speziellen Antikörpern (IgE-Antikörper). Grundsätzlich kann eine Vielzahl an Lebensmitteln allergische Reaktionen auslösen. Häufig stecken bestimmte Proteine in Nüssen, Hühnerei, Sellerie, Fisch, Meeresfrüchten und Sojaprodukten hinter einer Lebensmittelallergie. Die überschießende Immunreaktion kann zu einer Vielzahl von Beschwerden führen. Dazu gehören Hautausschläge, Übelkeit, Beschwerden in Hals und Rachen sowie in schweren Fällen auch Kreislaufversagen und lebensbedrohliche Atemnot.

Labortests spüren Allergene auf

Zur Diagnose einer Lebensmittelallergie messen Mediziner*innen die Anzahl von IgE-Antikörpern in einer Blutprobe. Erhöhte Werte sprechen für eine allergische Reaktion, da bei Lebensmittelintoleranzen das Immunsystem nicht beteiligt ist. Zusätzlich zum Gesamt-IgE-Wert können Labormediziner*innen sogenannte spezifische IgE-Antikörper gegen bestimmte Stoffe nachweisen, um die Allergiequellen einzugrenzen. Noch präziser sind molekulardiagnostische Tests: Sie zeigen, welche Allergen-Bestandteile genau die allergische Reaktion auslösen. So können Betroffene gezielter behandelt werden, etwa mit einer spezifischen Immuntherapie. Molekulardiagnostische Allergietests decken zudem sogenannte Kreuzallergien auf: Mitunter sind sich Allergenbestandteile so ähnlich, dass das Immunsystem sie nicht unterscheiden kann. Darum können Menschen mit einer Baumpollenallergie zum Beispiel auch auf Äpfel allergisch reagieren.

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