Diabetes bei Kindern nimmt zu

Diabetes ist die häufigste Stoffwechselerkrankung bei jungen Menschen: Experten der Deutschen Diabetes-Hilfe schätzen, dass etwa 30.000 Kinder und Jugendliche unter 20 Jahren in Deutschland an Typ 1-Diabetes leiden – und befürchten, dass es bis 2020 70 Prozent mehr sein werden. Besonders gefährdet: Kinder aus vorbelasteten Familien. Haben Eltern oder Geschwister einen Typ 1-Diabetes, steigt die Wahrscheinlichkeit von Erkrankungen von 0,03 Prozent auf fünf Prozent an. Blutuntersuchungen ermöglichen es, die Krankheit bei Risikopatienten frühzeitig zu erkennen, so das IPF.

Früherkennung mit Blutuntersuchung

Typ 1-Diabetes gehört zu den Autoimmunerkrankungen: Die Abwehrzellen des Körpers zerstören die Bauchspeicheldrüse, sodass sie kein Insulin mehr produzieren kann. Schon bevor die Krankheit ausbricht, können Labormediziner im Blut Diabetes-Autoantikörper nachweisen. Je nach Anzahl und Konzentration beurteilen sie das Risiko für eine Erkrankung. Ein Screening von Risikopatienten sollte laut der Deutschen Diabetes-Gesellschaft (DDG) nur in klinisch kontrollierten Studien stattfinden. In Deutschland prüfen Mediziner zum Beispiel im Rahmen der Pre-Point-Studie Vorsorge- und Behandlungsstrategien gegen Typ 1-Diabetes.

 

Übergewichtige Kinder und Jugendliche zum Screening

Auch Kinder und Jugendliche mit Übergewicht laufen Gefahr, an Diabetes zu erkranken. Zu viel Fett am Körper gehört zu den wichtigsten Risikofaktoren für Typ 2-Diabetes. Nach Zahlen der Deutschen Diabetes-Hilfe haben 13 Prozent der Kinder in Deutschland Übergewicht, sechs Prozent sind sogar stark übergewichtig (adipös). Jährlich erkranken von ihnen etwa 200 neu an Typ 2-Diabetes. Im Gegensatz zu Typ 1-Diabetes helfen geänderte Lebens- und Ernährungsgewohnheiten dabei, die Krankheit zu vermeiden. Die DDG fordert daher, Jugendliche mit Adipositas ab zehn Jahren einem Glukosetoleranz-Test zu unterziehen.

 

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