Anämie mit Bluttests erkennen
Von Anämie sprechen Medizinier*innen, wenn das Blut zu wenige rote Blutkörperchen (Erythrozyten) enthält, diese zu wenig des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin enthalten oder ihr Anteil am Blutvolumen (Hämatokrit) zu niedrig liegt. Diese Faktoren beeinträchtigen die Versorgung des Organismus mit Sauerstoff. Je nach Ausmaß des Mangels können neben Müdigkeit, Blässe, Kurzatmigkeit und Schwindel in schweren Fällen auch neurologische Beschwerden und Herzrasen auftreten. Ob tatsächlich eine Anämie vorliegt, untersuchen Labormediziner*innen anhand einer Blutprobe. Bestätigt sich der Verdacht, gilt es, auf Spurensuche zu gehen: Eine Blutarmut kann verschiedene Ursachen haben.
Eisenmangel am häufigsten verantwortlich
Mindestens jeder zweite Fall von Blutarmut geht auf einen Eisenmangel zurück. Zur Diagnose empfehlen Leitlinien, die Konzentration von Ferritin im Blutserum zu bestimmen. Da dieses Eiweiß als Eisenspeicher dient, weisen niedrige Werte auf einen Eisenmangel hin. Entzündungen können den Wert jedoch beeinflussen. Daher sollten Labormediziner*innen zugleich den Entzündungsmarker CRP mitbestimmen. Auch die Größe der roten Blutkörperchen spielt bei der Diagnose aus dem Labor eine Rolle: Bei einer durch Eisenmangel hervorgerufenen Anämie sind sie kleiner als gewöhnlich.
Mangelversorgung und versteckten Blutverlust abklären
Ein Mangel an B-Vitaminen kann ebenfalls eine Blutarmut verursachen. Vor allem die Vitamine B12 und B9 (Folsäure) spielen bei der Blutbildung eine wichtige Rolle. Zu wenig davon beeinträchtigt die Reifung der roten Blutkörperchen. Eine Blutprobe zeigt, wie gut der Körper mit Vitamin B12 und Folsäure versorgt ist. Weitere Ursachen für eine Anämie können schwere Nierenfunktionsstörungen und unerkannte Blutungen im Magen oder Darm sein.

