Blasenkrebs: Risikofaktor Rauchen

Laut Robert Koch-Institut gehen in Deutschland mehr als 72.000 Krebsfälle jährlich auf das Rauchen zurück. Fast die Hälfte dieser Erkrankungen trifft nicht die Lunge. Besonders gefährdet ist auch die Blase. Studien zeigen: Tabakkonsum verursacht etwa die Hälfte der Blasenkrebserkrankungen. Zum Weltnichtrauchertag am 31. Mai 2017 ermutigt das IPF zum Verzicht auf den blauen Dunst. Wer vom Tabak nicht lassen kann, sollte zumindest konsequent die Möglichkeiten zur Krebsfrüherkennung nutzen.

Mann raucht Zigarillo

Hoher Zigarettenkonsum macht Blasenkrebs aggressiver

Wer aufs Rauchen verzichtet, senkt langfristig sein Blasenkrebsrisiko. Liegt die letzte Zigarette zehn Jahre zurück, erkranken die Betroffenen deutlich seltener an Blasenkrebs als Raucher. Das stellten US-amerikanische Wissenschaftler fest. Bloß weniger zu rauchen, reduziert das Risiko dagegen nicht. Je höher der Zigarettenkonsum liegt, desto aggressiver wachsen zudem die Blasenkarzinome. Der Grund: Tabakrauch enthält krebsauslösende Chemikalien. Über die Filterfunktion der Nieren gelangen sie in den Urin und lagern sich in der Blase ab.

 

Frühzeitige Diagnose mit Labortests

Für Risikogruppen wie Raucher gewinnt regelmäßige Krebsvorsorge besondere Bedeutung. Denn Blasenkrebs verursacht lange Zeit keine Beschwerden, bei bis zu 30 Prozent der Patienten fällt die Diagnose erst, wenn der Tumor bereits in die Blasenwand eingewachsen ist. Experten sind sich einig: Bei Rauchern können Laboruntersuchungen auf unsichtbares Blut im Urin dazu beitragen, ein Harnblasenkarzinom früh zu erkennen. Auch Tests auf bestimmte Biomarker geben frühzeitig Hinweise auf eine mögliche Blasenkrebserkrankung. Sie messen ein bestimmtes Antigen im Urin, das Krebszellen vermehrt produzieren. Die Kosten für solche Tests übernehmen bisher nur private Krankenkassen.

 

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