Das IPF empfiehlt: Wer im Sommer wegen einer Lungenentzündung behandelt werden muss, sollte auf Legionellen getestet werden.
Gefahr aus dem Wasserhahn
Die Stäbchenbakterien Legionella pneumophilia fühlen sich vor allem in hauseigenen Wasserleitungen sehr wohl. So nennt das RKI Hausinstallationen zur Warmwasserverteilung an erster Stelle möglicher Infektionsquellen. Hintergrund: Viele Privathaushalte und öffentliche Einrichtungen regulieren die Wassertemperatur nach unten, um Energie zu sparen. Das kommt den Legionellen zugute: Bei 25 bis 45 Grad Wassertemperatur vermehren sie sich besonders gut. Erst etwa 60 Grad heißes Wasser tötet die Bakterien ab.
Ohne Labortest keine klare Diagnose
Nur spezifische Labortests klären, ob hinter der Lungenentzündung eine Legionelleninfektion steckt. Zunächst prüfen Labormediziner den Urin des Patienten auf Legionellen-Antigene. Bei positivem Ergebnis kann nur eine Kultur aus dem Urin genau klären, welcher Bakterienstamm die Krankheit verursacht. Das ist wichtig: Zwar wirken Antibiotika auch gegen unerkannte Legionellen. Doch Keimherde wie die heimischen Wasserrohre können die Betroffenen ohne Ursachenklärung weder erkennen noch beheben. Dann droht eine erneute Ansteckung. Mit dem PCR-Verfahren (Polymerase Chain Reaction) spüren Labormediziner außerdem anhand von Legionellen-DNA in Gewebeproben Erkrankter seltene Bakterienstämme auf, die außerhalb von Gesundheitseinrichtungen in der Regel nicht zu finden sind.