Alkohol: Leber in Gefahr

Statistisch gesehen trinken über 96 Prozent der Bevölkerung in Deutschland im Alter zwischen 18 und 64 Jahren Alkohol. Ob hochprozentiger Cocktail oder eher moderater Biermix: Zu viel Alkohol schädigt die Leber. Zur Aktionswoche Alkohol vom 13. bis zum 21. Mai 2017 informiert das IPF, was Labortests über die Lebergesundheit verraten.

Schattenriss eines Alkoholikers, der aus der Flasche trinkt
Bild: oleshkonti - Fotolia

Eine Frage der Menge

Die Leber kann als einziges Organ des Körpers Alkohol in nennenswertem Umfang abbauen. Dabei helfen ihr unterschiedliche Enzyme. Die Eiweißstoffe sorgen aber nicht nur dafür, dass der Körper den Alkohol bewältigen kann. Beim Abbau entstehen auch Stoffe, die in großen Mengen die Zellmembranen schädigen können und zur Ansammlung von Fettsäuren im Lebergewebe führen. Je häufiger die Leber große Mengen Alkohol abbauen muss, desto größer wird die Gefahr für Lebererkrankungen wie Fettleber und Leberzirrhose. Letztere lässt das Krebsrisiko deutlich steigen: Rund 90 Prozent aller Leberkrebs-Erkrankungen entwickeln sich aus einer Zirrhose.

Lebergesundheit mit Labortests checken

Die meisten Lebererkrankungen machen sich erst im fortgeschrittenen Stadium bemerkbar. Einfache Blut- oder Urintests zeigen, ob das Organ gesund ist. Erhöhte Werte von bestimmten Transaminasen (bestimmte Leberenzyme), Eiweißen und Ammoniak geben Hinweise auf Lebererkrankungen. Auch Störungen der Blutgerinnungswerte können Leberschäden signalisieren. Medizinische Fachgesellschaften wie die Deutsche Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) empfehlen Menschen ab 35 Jahren, ihre Leberwerte regelmäßig checken zu lassen. Besteht ein konkreter Krankheitsverdacht, übernehmen die Krankenkassen die Kosten für die Untersuchungen.

 

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