Thrombophiliescreening zur VTE-Prävention

Experten schätzen Venöse Thromboembolien (VTE) als sehr häufige Erkrankung ein. Wer bereits eine VTE erlitten hat, weist ein erhöhtes Risiko auf, erneut eine zu erkranken. Betroffene können auch mittels eines Thrombophiliescreenings vor Rezidiven geschützt werden. Allerdings kommt es darauf an, das Screening differenziert einzusetzen und die richtigen Parameter im Labor untersuchen zu lassen.

Bluprobenröhrchen liegen auf Laboranforderungsbogen

Treffende Laborparameter

Bei der Entwicklung einer VTE greifen multiple Faktoren ineinander: Die Einnahme von oralen Kontrazeptiva, ein hoher BMI, Immobilisation, Krebs oder eine Operation können unabhängig von inhärenten Faktoren eine VTE begünstigen. Über ein Thrombophiliescreening lassen sich die Risikofaktoren bestimmen. Es sollte nach drei bis sechs Monaten Antikoagulation erfolgen. Ärzte sollten sich jedoch nur dann dafür entscheiden, wenn die Resultate tatsächlich die therapeutischen Entscheidungen beeinflussen. Studien zeigen, dass folgende Parameter aussagekräftige Ergebnisse bieten:

  • Antithrombin Defizienz
  • Protein S Defizienz,
  • Protein C Defizienz,
  • Faktor V Leiden-Mutation,
  • Prothrombin G20210A,
  • die Blutgruppe,
  • hohe FVIII-Spiegel,
  • Dysfibrinogenämie,
  • Hyperhomocysteinämie.

Die richtigen Patienten testen

Aus unterschiedlichen Studien kristallisiert sich für Experten auch heraus, welche Patienten auf eine Thrombophilie hin getestet werden sollten:

  • VTE vor dem 50. Lebensjahr
  • Venöse Thromboembolie an ungewöhnlichen Stellen (Sinus VTE, Thrombosen an den Armen und in den Eingeweiden)
  • Paradoxe Embolie (Embolus tritt durch einen Defekt im Bereich der Herzsepten vom venösen ins arterielle System über)

 

Auch bestimmte Angehörige von Patienten mit VTE sollten  getestet werden. Darunter fallen Verwandte:

  • die vor ihrem 50. Lebensjahr eine VTE erlitten haben,
  • mit schwerer Thrombophilie wie einer Antithrombin-Defizienz (liegt eine Defizienz vor, kann eine Heparin-Prophylaxe in Risikosituationen – wie beispielsweise einer Schwangerschaft – eine risiko-assoziierte Thrombose verhindern.),
  • die planen, schwanger zu werden (wenn die Patienten bis zu ihrem 50. Lebensjahr eine VTE erlitten haben). Bei leichter bis schwerer Thrombophilie wird dann eine Heparin-Prophylaxe während der Schwangerschaft und über sechs Wochen nach Entbindung empfohlen.

 

Quelle:

Medscape