Schilddrüsenunterfunktion in der Schwangerschaft: Wann behanden?

Bei Schwangeren mit einer subklinischen Hypotyriose sinkt die Rate der Fehlgeburten deutlich, wenn sie Schilddrüsenhormone erhalten. Allerdings steigt die Gefahr, dass das Kind zu früh zur Welt kommt, sich ein Schwangerschaftsdiabetes entwickelt oder eine Präeklampsie eintritt. US-amerikanische Mediziner raten zur Begrenzung der Hormongabe.

TSH reduziert Abort-Rate

In einer retrospektiven Kohortenstudie werteten die WissenschaftlerDaten von 5.405 Schwangeren mit subklinischer Hypothyreose aus. 843 werdende Mütter erhielten eine Hormontherapie, die übrigen 4.562 Patientinnen wurden nicht behandelt. Der durchschnittliche initiale TSH-Wert der behandelten Schwangeren lag bei 4,8 mlU/l, bei Frauen ohne Hormontherapie maßen die Forscher im Schnitt 3,3mlU/l. Tatsächlich konnte die Hormontherapie die Zahl der Aborte signifikant verringern - jedoch nur bei Frauen, deren TSH-Werte vor der Therapie  über 4,1mlU/l lagen.

Risiko für Schwangerschaftskomplikationen steigt

Die Schutzwirkung der Hormonbehandlung ging jedoch Hand in Hand mit negativen Effekten: Bei den behandelten Schwangeren stiegt das Risiko für Frühgeburten von 5,2 Prozent auf 7,1 Prozent. Sie erkrankten zudem häufiger an Gestationsdiabetes (12,8 Prozent vs. 8,8 Prozent) und litten häufiger unter Präeklampsie (5,5 Prozent vs. 3,9 Prozent). Auf Basis dieser Ergebnisse raten die Mediziner dazu, den TSH-Grenzwert für eine Behandlung subklinischer Hypothyreosen bei Schwangeren kritisch zu diskutieren. Zudem sollten die Schilddrüsenhormone nur im ersten Trimenon verabreicht werden - in der Zeit also, zu der die Gefahr für einen Abort ohnehin am größten ist.

 

Quelle:

Medical Tribune, 31.03.2017

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