Schilddrüsenunterfunktion im Alter regelmäßig mit Labortests kontrollieren

Benötigen ältere Patienten Schilddrüsenhormone, sollten behandelnde Ärzte die Dosierung von Medikamenten altersgerecht anpassen – es gelten andere Normwerte als bei jüngeren Menschen. Experten raten ebenfalls dazu, die Schilddrüsenwerte regelmäßig im Labor kontrollieren zu lassen

Alte Dame sitzt am Fenster und schaut Blumen an.
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TSH-Normwerte an das Alter anpassen

Grundsätzlich sollten auch alte Menschen mit einer manifesten Schilddrüsenunterfunktion mit Schilddrüsenhormonen behandelt werden. Komplizierter wird es bei einer subklinischen Hypothyreose. Zudem besteht bei manchen Älteren nicht immer ein Zusammenhang zwischen manifester Erkrankung und Symptomatik. Bei Diagnose und Therapie gilt es, den physiologischen TSH-Anstieg im Alter berücksichtigen. Bei über 70-Jährigen geben Experten mittlerweile ein Normbereich von 4,0 bis 6,0 mU/l an. Als Therapieziele gilt bei unter 70-Jährigen ein TSH-Spiegel der untere Normbereich (0,3 bis 2,5 mU/l). Bei älteren Patienten sind die Vorgaben weniger streng. Bei Laborkontrollen dürfen die TSH-Werte zwischen 1,0 bis 5,0 mU/l liegen.

 

Verlaufskontrolle bei subklinischer Hypothyreose

Bei subklinischer Schilddrüsenunterfunktion (basales TSH erhöht, fT4 normal) kann es ausreichen, die Werte alle zwei bis drei Monate per Labortest zu kontrollieren. Um die Ursache der TSH-Erhöhung einordnen zu können, empfehlen Endokrinologen jedoch, die Schilddrüsenautoantikörper bestimmen zu lassen und eine Schilddrüsensonografie durchzuführen. Liegt der TSH-Wert bei Patienten über 70 Jahren zwischen 4,0 und 10 mU/l, sollten die Werte zunächst alle sechs Monate kontrolliert werden. Liegt der TSH-Spiegel bei über 70-Jährigen über 10 mU/l und machen Symptome oder erhöhtes kardiovaskuläres Risiko eine Therapie erforderlich, sollten die Werte bereits nach vier bis sechs Wochen kontrolliert werden, um eine Übersubstitution zu vermeiden.

 

Quelle:

Ärztezeitung online