Bakterielle Infekte bei Rheuma-Patienten häufiger
Insgesamt treten bakterielle Infekte unter rheumatischen Erkrankungen häufiger auf. Dies liegt zum einen an der Erkrankung selbst, zum anderen begünstigt auch die medikamentöse Immunsuppression die Entstehung von Infektionen. Die Infektionsrate von Gelenken in der Endoprothetik beträgt laut Experten zwischen 0,5 bis 2 Prozent. Besonders schwer zu erkennen: schleichende Infektionen ohne eindeutige fulminante Entzündung. Dabei besiedeln nur wenige aggressive, niedrig-virulente Keime die Prothesenoberfläche und überziehen sich mit einem Schutzfilm. So bleiben die meisten Bakterien für die Abwehr des Körpers getarnt, einzelne werden aber aus dem Schutzfilm heraus kontinuierlich ausgeschwemmt und von der Immunabwehr erkannt und eliminiert.
Wichtig: Ultraschall, histologische und immunhistologische Untersuchung
Um eine bakterielle Infektion im Gelenk von Rheumaschub oder Infektion durch Materialabrieb zu unterscheiden, setzen Experten auf die Kombination von Ultraschall, histologischer und immunhistologischer Untersuchung. Die Kombination ist wichtig: Sowohl klinische Untersuchungen als auch Labortests unter Immunsuppression ergeben nicht immer eindeutige Ergebnisse. So können etwa typische äußerliche Entzündungszeichen wie Rötungen und Erwärmung fehlen oder eine bakterielle Infektion durch Immunsuppressiva maskiert werden. In diesen Fällen sind typische Entzündungswerte nur eingeschränkt aussagekräftig. Auch wenn die Werte im Normbereich liegen, kann eine Infektion vorliegen. Für die Differenzialdiagnose raten die Experten zum Ultraschall, der den Erguss des Infekts in den Gelenken sichtbar macht, in Kombination mit streng aseptisch durchgeführten Punktionen. Das Punktat muss anschließend im Labor untersucht werden. Schleichende bakterielle Infektionen lassen sich am ehesten etwa mit Testverfahren bestimmen, die die Leukozytenanzahl im Gelenkpunktat bestimmen.
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