Rationale Antibiotikatherapie in der Erkältungssaison

Seit Wochen steigt die Aktivität der akuten Atemwegserkrankungen (ARE) nach Angaben des RKI stetig an. Nicht selten sehen sich Ärzte in ihren Praxen Patienten gegenüber, die ihren Erkältungssymtomen mit Antibiotika zu Leibe rücken wollen. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) unterstützt niedergelassene Ärzte mit Informationsmaterial bei der Entscheidung, wann ein Antibiotikum sinnvoll sein kann.

Symptomlinderung in den Vordergrund stellen

Laut einer Umfrage der DAK erhofft sich die Mehrzahl der Patienten, mit Antibiotika schneller gesund zu werden und weniger unter den Symptomen zu leiden. Experten raten dazu, im Patientengespräch zu erfragen, welche Motive hinter dem Wunsch nach Antibiotika stehen. Beschwerden lassen sich mit symptomatischen Therapieoptionen ohne Antibiotika effektiv lindern. Das gilt auch für Patienten mit Sinusitis: Wissenschaftler stellten in einer internationalen Studie fest, dass bei nur etwa fünf von 100 Patienten unter Antibiotika eine schnellere Besserung eintrat.

Therapiempfehlungen berücksichtigen

Entwickelt sich aus dem common cold doch ein Entzündungsgeschehen (etwa eine Tonsillopharyngitis oder Otitis media), sollten behandelnde Ärzte sich an bewährte Diagnose- und Behandlungsschemata handeln. Dazu hat etwa die KBV Informationen zusammengestellt, wann Antibiotika indiziert sind und welche Wirkstoffklasse eingesetzt werden sollte. Auch die Leitlinie „Antibiotikatherapie der Infektionen an Kopf und Hals“ (wird zur Zeit überprüft) unterstützt Ärzte bei der Wahl des richtigen Antibiotikums.

 

Quellen:

Ärztezeitung

KBV

AWMF-Leitlinie „Antibiotikatherapie der Infektionen an Kopf und Hals“