Prostatakrebs: Screening für Männer mit BRCA2-Mutation hilfreich

Dass genetische Prädispositionen beim Prostatakarzinom eine wichtige Rolle spielen, wissen Mediziner schon länger. Die BRCA2-Mutation etwa beeinflusst Inzidenz, Verlauf und Prognose bei dieser Krebsart. Neue Daten machen deutlich, dass zumindest Männer mit einer BRCA2-Mutation von einem Screening auf Prostatakrebs profitieren können.

Frau mit Bleistift markiert Genveränderung auf DNA-Testergebnis

Mehr Krebsfälle bei Patienten mit Genmutation

Mediziner um Prof. Dr. Rosalind Eeles aus London untersuchten im Rahmen der Impact-Studie insgesamt 2.942 Männer im Alter von 40 bis 69 Jahren, die selbst eine BRCA-Mutation trugen oder in deren Familie eine pathogenetische BRCA-Mutation bekannt war. Im Verlauf der Studie erkrankten 140 Probanden an Prostatakrebs – besonders häufig Männer mit BRCA2-Mutationen. In dieser Gruppe registrierten die Forscher 56 der 140 Krebsfälle. Zudem lag die Inzidenz behandlungsbedürftiger Karzinome bei dieser Patientengruppe sehr viel höher als bei Patienten ohne BRCA2-Mutation.

 

Prostatakrebs bricht früher aus, mehr Todesfälle bei Mutationsträgern

Die Wissenschaftler beobachteten zudem, dass Männer mit BRCA2-Mutation deutlich früher an Prostatakrebs erkranken als Patienten ohne Genveränderung. So brach der Krebs ausschließlich bei den Studienteilnehmern unter 50 Jahren aus, die eine BRCA2-Mutation trugen. Zudem schwinden die Überlebenschancen: Während 90 Prozent der Patienten ohne BRCA1- oder BRCA2-Mutation fünf Jahre nach der Prostatakrebsdiagnose noch lebten, waren es bei den Männern mit Genmutation nur 56 Prozent. Der Beobachtung, dass die Prostataerkrankung bei Patienten mit BRCA2-Mutation grundsätzlich aggressiver verläuft und häufiger zum Tode führt, weisen die Forscher eine besondere klinische Relevanz zu: Für Männer mit entsprechendem Risikoprofil können regelmäßige PSA-Tests als Teil intensiver Früherkennungsmaßnahmen sinnvoll sein.

 

Quelle:

Medical Tribune, 22.04.2016