Alarmzeichen erkennen
Um eine drohende DNP frühzeitig zu erkennen, müssen Mediziner nicht nur darauf achten, den Blutdruck der Diabetespatienten so gut wie möglich einzustellen. Im Anfangsstadium macht sich die DNP vor allem durch eine Mikroalbuminurie bemerkbar. Eine Mikroalbuminurie allein belegt eine DNP noch nicht ausreichend – Albumin im Urin kann auch auf diabetesunabhängige Nierenerkrankungen oder ganz andere Krankheitsbilder wie kardiovaskuläre Erkrankungen hinweisen. Für eine eindeutige Diagnose empfehlen Experten, die Labordiagnostik innerhalb von drei bis sechs Monaten zu wiederholen. Ergeben die Tests in beiden Fällen zu hohe Albuminwerte, kann eine DNP als gesichert gelten. Wenn eine der Urinproben negativ und die andere positiv ist, sollte der Urin ein drittes Mal getestet werden.
Screening frühzeitig beginnen
Um bereits vorhandene Nierenschäden bei der Diabetesdiagnose auszuschließen, empfehlen die Autoren der Nationalen Versorgungsleitlinie „Nierenerkrankungen bei Diabetes im Erwachsenenalter“, Typ 2-Diabetiker unmittelbar nach der Diagnose mit einem einfachen Screening auf eine Albuminurie zu untersuchen. Dazu sollten die Albuminwerte gemessen (befristete oder 24-Stunden-Urinsammlung) sowie die glomeruläre Filtrationsrate bestimmt und eine Urinstreifentest-Diagnostik durchgeführt werden. Vorteil: Die Untersuchung erlaubt es den betreuenden Ärzten, zusätzlich das Risiko für kardiovaskuläre und renale Folgeerkrankungen abzuschätzen. Bei Typ 1-Diabetikern sollten Mediziner in der Regel fünf Jahre nach der Erstdiagnose zum ersten Mal nach Anzeichen für eine DNP suchen.
Quellen:
Medical Tribune vom 30.04.2015
Nationale Versorgungsleitlinie Nierenerkrankungen bei Diabetes im Erwachsenenalter
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