Neuer Labortipp: Legionellen-Schnelltest bei Pneumonie

Nach Schätzungen kommt es in Deutschland jedes Jahr zu etwa 20.000 Pneumonien durch Legionellen. Bei den wenigsten Erkrankungen werden die Erreger jedoch abgeklärt. Dabei kann eine Infektion mit Legionellen lebensbedrohlich sein. Im neuen „Labortipp“ finden Ärzte die wichtigsten Hinweise zur Schnelldiagnostik und Abrechnung.

 

Die Symptome bei Pneumonien durch Legionellen sind unspezifisch: Die Patienten klagen über Kopf- und Gliederschmerzen, trockenen Reizhusten und Schüttelfrost. Die Temperatur steigt schnell  auf 39 bis 40,5 °C. Eine spezifische Labordiagnostik bei Verdacht ermöglicht eine gezielte Therapie. Kulturelle Erregernachweise aus Sputum, Lungengewebe bronchoalveolärer Lavage, Trachealssekret oder Pleuralflüssigkeit benötigen mehrere Tage; der Nachweis von Antikörpern ist retrospektiv.

 

Schnelle Alternative: Urintest

Alternativ lassen sich die Infektionen mit dem Test auf Legionellen-Antigen im Urin klären. Das Antigen wird oft schon zwei bis drei Tage nach Beginn der Symptome ausgeschieden. Schnelltests für die Praxis weisen üblicherweise den Serotyp I nach, dem häufigsten Legionellen-Erreger bei ambulant erworbenen

Pneumonien. Der Test ist einfach zu handhaben, das Ergebnis liegt binnen 15 Minuten vor. Für den wird weniger als 1 ml Urin benötigt. Der Urin kann bei 2 bis 8 °C bis zu 14 Tage aufbewahrt werden.

 

Informationen zur Abrechnung

EBM-Abrechnung: Der Schnelltest kann nach der EBM-Ziffer 32707 (11,90 €) als Ähnliche Untersuchung abgerechnet werden, die Begründung der medizinischen Notwendigkeit ist erforderlich.

GOÄ-Abrechnung: Die Abrechnung erfolgt mit einfachem Satz nach GOÄ-Ziffer 4522 (14,57 €).

 

Der Labortipp zum Download