MRE: Besiedlung nicht gleich Infektion

Wenn Patienten multiresistente Erreger (MRE) auf der Haut oder im Organismus tragen, führt dies nicht zwangsläufig zu einer Infektion. Dennoch ist bei MRE-besiedelten Patienten Aufmerksamkeit geboten. Denn je länger die Erreger auf Haut oder Schleimhäuten sitzen, desto eher können sie gefährlich werden und in eine Infektion umschlagen.

Risikofaktoren für Konversion

Studien zeigen, dass fast jeder fünfte mit MRSA besiedelte Patient (23 Prozent) eine Infektion entwickelt. Ob es tatsächlich dazu kommt, hängt laut Experten von verschiedenen Risikofaktoren ab. Sehr kranke Menschen scheinen häufiger betroffen zu sein. So ergab eine Studie, dass bei Patienten mit einem zentralen Venenkatheter die Besiedlung mit MRE eher in eine Infektion umschlug. Auch wer mehrfach im Krankenhaus behandelt werden muss, trägt ein erhöhtes Konversionsrisiko.

 

Dekolonisation vor größeren Eingriffen

Zumindest bei Patienten, die von MRSA besiedelt sind, können Mediziner auf effektive Dekolonisierungsstrategien zurückgreifen. Dazu gehören neben Nasensalbe und Schleimhautantiseptika auch Ganzkörperwaschungen. Zudem müssen Bett- und Unterwäsche sowie Handtücher und Waschlappen täglich gewechselt werden. Diese Dekolonisation empfiehlt sich für betroffene Patienten vor orthopädischen Implantationen, vor einer PEG, vor bestimmten Eingriffen an Thorax, Herz und Gefäßen und vor Transplantationen.

 

Quelle:

Medical Tribune, 8.5.2015

 

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