Mit Urintests gegen unentdeckte urogenitale Infektionen

Durch Flucht und Migration kommen Menschen mit Krankheiten nach Europa und Deutschland, die hierzulande nicht oder nicht mehr bekannt sind. Eine wichtige Aufgabe für Ärzte ist es daher, sich mit entsprechenden Symptomen vertraut zu machen. Das gilt laut Fachmedizinern für Urologie etwa für Urogenitaltuberkulose und Bilharziose. Bei beiden Erkrankungen leisten Laboruntersuchungen wichtige Beiträge zur Diagnose.

Nachweis der Urogenital-Tuberkulose mit Bakterienkulturen

Laut Fachmedizinern stellt die Urogenital-Tbc ist die zweit- bis dritthäufigste Form der Tuberkulose  dar. Sie wird jedoch oft übersehen. Die Erkrankung betrifft Nieren, Harntrakt sowie männliche und weibliche Genitalien und kann direkt über infizierten Urin oder Ejakulat übertragen werden. Experten empfehlen, jeden Patienten mit genitaler Tbc auch auf eine Tbc der Lunge und des oberen Harntrakts sowie auf HIV zu untersuchen. Dazu sollten mindestens drei, besser jedoch fünf Kulturen aus Urin, Ejakulat und Prostatasekret angelegt werden. In schwierigen Fällen sollten Ärzte den subkutanen Tuberkulin-Provokationstest nutzen.

Bilharziose-Diagnostik: Urin, Serum, Bildgebung, Biopsie

Die Bilharziose gilt als gefährlichste Wurminfektion des Menschen. Die Schistosomen wandern in die Venen des Darms oder des kleinen Beckens, etwa der Harnblasenwand, legen Eier ab, blockieren auf diese Weise Gefäße und lösen chronische Entzündungen aus. Eine der gefährlichsten Spätfolgen ist ein Blasentumor. Der Nachweis des Parasitenbefalls gelingt mitunter aus der Urinzytologie. Unterm Mikroskop zeigen sich ausgeschiedener Eier oder schlüpfende Larven. Auch einige serologische Tests weisen auf Bilharziose hin. Es können aber auch Urethrozystoskopie oder Harnblasen-Biopsien notwendig werden.

 

Quelle:

Mit der Zuwanderung werden fast vergessene Krankheiten aktuell: Wenn Würmer und Mykobakterien den Urogenitaltrakt befallen - Medscape - 4. Okt 2017.

 

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