Viele Langzeitüberlebende bilden nichtmaligne internistischer Störungen aus. So können Bestrahlungen und Chemotherapeutika Herz-Kreislauf-System und Lunge schädigen, die Nierenfunktion beeinträchtigen sowie Hormon- und Stoffwechselstörungen hervorrufen. Auch gastrointestinale Erkrankungen wie Darmverschluss sind möglich.
Laborwerte nutzen
Bei vielen internistischen Spätfolgen helfen Labortests dabei, den Gesundheitszustand der Patienten zu überprüfen. Um kardiovaskuläre Erkrankungen auszuschließen, empfehlen die Experten, regelmäßig Lipidstatus und Nüchternglukose- bzw. HbA1c -Werte zu kontrollieren. Renale Folgeschäden zeigen sich bei Nierenfunktionstests. Wurden der Schädel oder die Kopf-Hals-Region radiologisch behandelt, sollten Hypophyse und Schilddrüse lebenslang überwacht werden. In der Folge hoher Strahlendosis tritt später häufig eine zentrale Hypothyreose auf. Diese kann jedoch nur durch eine differenzierte Labordiagnostik korrekt festgestellt werden: Bei einer zentrale Hypothyreose hat der TSH-Wert keine Aussagekraft. Die Diagnose beruht auf der Bestimmung des freien Thyroxins im Blut. Der Wert liegt in der Regel deutlich unter der Norm.
Unspezifische Symptome abklären
Einige Langzeitschäden äußern sich durch unspezifische Symptome. Wurde die Lunge bestrahlt, sollten Ärzte hellhörig werden, wenn ihr Patient in der Nachsorge über trockenen Husten oder Atemnot berichtet: Pneumonitis und Lungenfibrose treten häufig erst 15 bis 20 Jahre nach der Strahlentherapie auf. Grundsätzlich können Chemotherapie und Bestrahlung auch die Knochen schädigen. Unabhängig von Beschwerden bietet es sich an, die Knochendichte von betroffenen Patienten zu überprüfen.
Quellen:
Medical Tribune vom 07. März 2014. S. 8
Humanmedizin kompakt: Spätfolgen onkologischer Therapie
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