Hepatitis C: rechtzeitig Virustest durchführen

Experten schätzen, dass etwa 400.000 Menschen in Deutschland mit dem Hepatitis C-Virus infiziert sind. Nur ein Viertel Prozent der Betroffenen wissen jedoch von ihrer Erkrankung – mit gefährlichen Folgen: In bis zu 80 Prozent der Fälle kommt es zu einem chronischen Ver-lauf. Dann steigt das Risiko für gefährliche fibrotische Gewebeveränderungen. Experten fordern, intensiver mit Labortests nach dem Virus zu fahnden.

Leberwerte und extrahepatische Manifestationen beachten

Nur ein gezielter HCV-Test bestimmt zuverlässig, ob ein Patient mit Hepatitis C infiziert ist. Erste Anhaltspunkte liefern erhöhte Transaminase-Werte sowie klinische Anzeichen für eine Hepatitis. In diesen Fällen sollten Ärzte ihre Patienten auf Hepatitis C testen. Bei jedem fünften Patienten liegen die Transaminase-Werte jedoch im unauffälligen Bereich. Umso wichtiger ist es, dass Mediziner auch an HCV denken, wenn Patienten über extrahepatische Beschwerden klagen. Dazu gehören zum Beispiel Fatigue, anhaltende Schmerzen, eine reduzierte kognitive Leistung sowie depressive Symptome. Sie treten bei 40 bis 70 Prozent der Infizierten im Verlauf der Erkrankung auf. Bei diesen Patienten sollten Ärzte auch dann einen HCV-Test durchführen, wenn die Leberwerte normal sind.

Risikogruppen auf Hepatitis C testen

Bei Risikogruppen halten Experten eine gründliche Hepatitis C-Diagnostik ebenfalls für angezeigt. Dazu gehören Drogenkonsumenten, die Spritzen mit anderen teilen. Auch ehemals Drogenabhängige sollten bei verdächtigen Symptomen zügig auf Hepatitis C untersucht werden. Ein erhöhtes Infektionsrisiko tragen zudem Blutspendenempfänger, HIV-Infizierte und Menschen aus bestimmten Berufsgruppen, etwa invasiv medizinisch tätiges Personal.

 

Quelle:

Medical Tribune Nr. 20/2016, 20. Mai 2016

 

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