Helicobacter pylori-Infektion bei Kindern

Experten schätzen, dass die Inzidenz für eine Infektion mit Helicobacter pylori-Erregern bei Kindern je nach Alter und Herkunftsland bei bis zu 50 Prozent liegen kann. In einer neuen Leitlinie rät die Deutsche Gesellschaft für Verdauungs-und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) immer dann zum Test, wenn die Kinder bei positivem Ergebnis tatsächlich behandelt werden sollen und unmittelbar von einer Eradikation profitieren.

Kleiner Junge mit Bauchschmerzen, Wärmflasche und Wolldecke liegt auf dem Sofa.

Labortest kann Endoskopie ersparen

Als Nachweisverfahren eignet sich laut Leitlinie vor allem die endoskopische Untersuchung. Aber es gibt Ausnahmen: So kann der ELISA-basierte Stuhltest auf monoklonale Antikörper unter Umständen eine Endoskopie überflüssig machen. Dies gilt etwa für Kinder, deren Elternteil bereits ein Magenkarzinom entwickelt hat. Sie sollten mittels Stuhltest untersucht werden. Fällt das Ergebnis negativ aus, können Mediziner darauf verzichten, den kleinen Patienten zusätzlich endoskopisch zu untersuchen.

Vor Therapie auf Resistenzen testen

Bei der Entscheidung, welche Medikamente wie zum Einsatz kommen, sollten Ärzte unbedingt die Resistenzlage berücksichtigen. Wissenschaftler sind sich einig, dass die Standardtherapien zu häufig versagen. So ergab eine Studie mit H. pylori-infizierten Kindern aus dem Iran, dass die Resistenzrate der untersuchten Erregerstämme je nach Antibiotikum zwischen 14 und fast 60 Prozent lag. Als geeignete Testverfahren nennen die Leitlinienautoren Agardiffusionsverfahren, insbesondere mittels E-Test.

 

Quellen:

Ärztezeitung

Leitlinie DGSV: Helicobacter pylori und gastroduodenale Ulkuskrankheit