Globale Gesundheitspolitik aus Deutschland

Einem Beitrag in der Ärztezeitung zufolge ist Deutschland in den vergangenen zehn Jahren zu einem international sichtbaren Akteur in der globalen Gesundheitspolitik geworden. Acht Autoren der Fachzeitschrift The Lancet führen dies auch auf die Initiative gegen Antibiotikaresistenzen zurück.

Weltkugel schwebt über Laptop

Internationale Aufmerksamkeit für Antibiotika-Resistenzen

Das Bundeskabinett hatte am 13. Mai 2015 die neue Deutsche Antibiotika-Resistenzstrategie (DART 2020) beschlossen. Damit  wurden die 2008 begonnenen Anstrengungen zur Bekämpfung von Antibiotika-Resistenzen fortgesetzt und verstärkt. Mit der deutschen G7-Präsidentschaft 2015 kam die Strategie gegen Antibiotikaresistenzen auch auf die internationale Agenda. Mit gutem Grund: Wenn immer mehr dieser Medikamente gegen Bakterien versagen, könnte zukünftig schon eine entzündete Wunde tödlich enden – vor dem Zeitalter der Antibiotika war das nicht ungewöhnlich.

Labortests gegen Ausbreitung von Antibiotika-Resistenzen

Mit Hilfe der DART 2020 soll die Entstehung und Ausbreitung von noch mehr Antibiotika-Resistenzen verhindert werden. Neben verschiedenen anderen Maßnahmen kommt laut DART 2020 dem frühzeitigen Erkennen von sich entwickelnden Resistenzen große Bedeutung zu. Dabei können Meldesysteme helfen, die Resistenzen regional und überregional erfassen. Um Resistenzen zu erkennen, braucht es jedoch Tests, die prüfen, ob und wie gut bestimmte Antibiotika bei den einzelnen Patienten anschlagen (Antibiogramm). So lässt sich auch vermeiden, dass Patienten unnötig Breitbandantibiotika einnehmen. Ist der Erreger bekannt, können Ärzte auf Basis der Resistenzlage gezielt entscheiden, welches Medikament hilft. Entsprechend sieht die DART 2020 Anstrengungen vor, die Entwicklung schnellerer Testverfahren zu verstärken

 

Quellen:

Ärztezeitung

DART 2020