Gefäßgesundheit bei Diabetikern

Die Empfehlungen zur Behandlung von Diabetikern stehen mindestens einmal jährlich auf dem Prüfstand. Hinsichtich der Gesundheit kleiner Gefäße widmet sich die American Diabetes Association (ADA) in aktuellen Neuerungen intensiv der diabetischen Nephropathie. Sie trifft etwa 20 bis 40 Prozent aller Zuckerkranken. Regelmäßige Urintests sind wichtig für Diagnose und Therapiesteuerung.

Nierenfunktion mit Labortests im Blick behalten

Bei Typ-1-Diabetikern treten Schäden der Nierenfunktion meistens frühestens fünf Jahre nach Krankheitsbeginn auf. Bei Typ-2-Patienten kann sie schon zum Zeitpunkt der Diagnose vorliegen. Behandelnde Ärzte sollten mindestens ein Mal pro Jahr Albumin im Urin sowie der geschätzten GFR (eGFR) bestimmen. Beim Typ-1-Diabetes genügt es, mit dem Screening ab einer Krankheitsdauer ab fünf Jahren zu beginnen. Für das Albuminurie-Screening genügen Stichproben. Wenn zwei bis drei innerhalb von drei bis sechs Monaten pathologisch ausfallen (Albumin/Kreatinin-Quotient ≥ 30 mg/g Crea), kann man von einer Albuminurie ausgehen. Für das Stadium einer chronischen Nephropathie spielt dann die eGFR die entscheidende Rolle. Sinkt sie unter 60 ml/min/1,73 m2, können Dosisanpassungen bzw. der Verzicht auf manche Medikamente notwendig werden und es gilt, mögliche Komplikationen im Auge zu behalten. Ab Werten < 30 ml/min/1,73 m2 muss ein Nephrologe mit ins Boot.

Regelmäßge Laborkontrollen bei hypertonen Diabetikern

Bei bestehender Hypertonie sollte ein ACE-Hemmer oder Angiotensin-Rezeptorblocker zum Einsatz kommen. Von der präventiven Gabe dieser Substanzen bei normotonen Diabetikern mit unauffälligen renalen Befunden raten die Experten allerdings ab. Reicht ein ACE-Hemmer oder AT1-Antagonist nicht aus, eignen sich vor allem Mineralokortikoidrezeptorantagonisten als Ergänzung. Unter der Medikation (auch unter Diuretika) brauchen die Patienten regelmäßige Kontrollen von Nierenwerten und Kalium. Was die Ernährung angeht, gilt für nicht Dialysepflichtige, dass sie ihre Proteinaufnahme auf etwa 0,8 g/kg KG beschränken sollten.

 

Quelle:

Medical Tribune