Diabetiker in der Pubertät: trotz Herzmedikamenten regelmäßig zum Albumin-Test

Viele Jugendliche mit einem Typ-1-Diabetes scheiden in der Pubertät vermehrt Albumin aus. In der Folge tragen sie ein erhöhtes Risiko für renale und kardiovaskuläre Erkrankungen. Eine neue Studie konnte bei den Pubertierenden keine signifikante Veränderung der pathologischen Eiweißexkretion durch ACE-Hemmer und Statine nachweisen. Für die Prävention und Therapie bleiben regelmäßige Albumintests unerlässlich.

Kaum protektive Effekte

Albuminurien sind mit Nierenschädigungen, Hypertonie, erhöhtem CRP und einer Zunahme der Intima-Media-Dicke von Aorta und Karotiden assoziiert. Üblicherweise erhalten Erwachsene bei erhöhter Albuminausscheidung  daher ACE-Hemmer und Statine, um das Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen zu senken. Pädiater der Universität Cambridge untersuchten nun die protektiven Effekte der Medikamente bei jugendlichen Diabetikern. Unter dem Einfluss der Arzneimittel bestimmten sie alle sechs Monate den Albumin-Kreatinin-Quotienten – einen Wert, der die Veränderung der Albuminexkration zeigt. Das Ergebnis: Die Albuminausscheidung veränderte sich nicht signifikant über den gesamten Beobachtungszeitraum von vier Jahren. Gleiches galt für die Intima-Media-Dicke sowie weitere kardiovaskuläre Marker.

Eiweißmessungen für Prävention und Therapie

Vor diesem Hintergrund gewinnen nicht-medikamentöse Therapien für pubertierende Diabetiker an Bedeutung. Dazu gehören eine normoglykämische Blutzuckereinstellung, eiweißnormale und salzarme Kost, Nikotinverzicht und gegebenfalls Gewichtsreduktion. Zur Erfolgskontrolle sollten Ärzte den Urin regelmäßig auf Albuminurien testen. Sinkt die pathologische Eiweißausscheidung, vermindert sich auch das renale und kardiovaskuläre Risiko. Wichtig: Die Albuminexkretion zeigt eine hohe spontane Variabilität. Störfaktoren wie Blutzuckerentgleisungen, Harnwegsinfekte, fieberhafte Erkrankungen oder eine unkontrollierte Blutdruckerhöhung sollten bei der Messung ausgeschlossen werden können.

 

Quelle:

New England Journal of Medicine