Darmkrebs: Biomarker rücken in den Fokus

Die Heterogenität kolorektaler Karzinome lässt sich durch Weiterentwicklungen molekularbiologischer Untersuchungen zunehmend besser erfassen. Die Bedeutung der Biomarker für die Prävention und Therapie von Darmkrebs wird künftig zunehmen, so Professor Stefan Kasper vom Westdeutschen Tumorzentrum an der Uniklinik Essen im Interview mit der Ärztezeitung.

 

Sebastian Kaulitzki

Genetische und epigenetischer Veränderungen analysieren

Der Experte sieht in nichtinvasiven, molekularbiologischen Verfahren ein wichtiges Ziel für die Zukunft. Daher werden diese seiner Einschätzung nach intensiv beforscht. Einen vielversprechenden Ansatz sieht Kasper darin, darmkrebsspezifische DNA-Fragmente im Blut nachzuweisen. Neben den genetischen Veränderungen müssen Forscher zudem auch epigenetische Veränderungen im Blick behalten. Kasper weist darauf hin: Die Methylierung von DNA etwa oder spezifische Regulationen der Genexpression über kurze RNA-Abschnitte, so genannte microRNA, lassen sich ebenfalls in Blut oder Plasma nachweisen.

Molekularbiologische Marker vor der Therapie bestimmen

Ist eine systemische Therapie indiziert, sollten Patienten vor der Therapie auf BRAF- und RAS-Mutationen untersucht werden, so Kasper. Außerdem empfiehlt er, die Mikrosatelliteninstabilität zu analysieren. Diese könne wichtige Zusatzinformationen liefern. So sprächen Patienten mit Mikrosatelliteninstabilität eher auf Immuntherapien mit Checkpointinhibitoren an. Auch der so genannte Immunoscore, der die Dichte von T-Lymphozyten im Tumorgewebe anzeigt, sei als prognostischer Biomarker beim Kolonkarzinom durchaus vielversprechend.

 

Quelle:

Ärztezeitung online