Allergische Nasenschleimhautentzündung richtig diagnostizieren

Annähernd 40 Prozent der Menschen in Deutschland leiden an einer allergischen Rhinitis (AR). Auf der Suche nach dem Auslöser für die Nasenschleimhautentzündung kann die nasale Provokation weiterhelfen. Auch spezifische IgE im Nasensekret führen bei der Ursachenforschung bei laufenden und juckenden Nasen auf die richtige Spur. Wichtig zu wissen: Nicht immer steckt hinter den Beschwerden wirklich eine allergische Reaktion. Darum sollten Mediziner mögliche Differenzialdiagnosen berücksichtigen.

Ältere Dame mit Heuschnupfen auf einer Wiese mit Gräserpollen putzt sich die Nase
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Allergie auch mit Labortests abklären

Allergischer Schnupfen geht nicht immer mit einer systemischen Reaktion einher. Die generelle Sensibilisierung gegen auslösende Allergene fehlt bei der sogenannten lokalen AR. Statistisch gesehen trifft diese Form zu 20 bis 47 Prozent mit einer Asthma-Erkrankung zusammen. Fachmediziner empfehlen zur Diagnose unklarere Fälle die nasale Provokation. Über ein Nasenspray, über einen Filter oder durch etwas Flüssigkeit in einer Spritze bringen Ärzte das vermutete Allergen auf die Nasenschleimhaut des Patienten auf und bewerten die klinische Reaktion. Erhärtet wird die Diagnose einer lokalen AR, wenn im Nasensekret zudem spezifische IgE vorliegen.

Andere Ursachen ausschließen

Die Symptome einer lokalen AR können jedoch auch durch Medikamente ausgelöst werden. Diese medikamenteninduzierte Rhinitis unterscheidet sich von dauerhaften Nasenbeschwerden, die durch zu viel Nasenspray ausgelöst werden. Als Medikamente, die eine lokale AR auslösen können, gelten etwa Schmerzmittel wie NSAR, Betablocker, ACE-Hemmer, bestimmte Psychopharmaka und bestimmte Wirkstoffe gegen Bluthochdruck. Lebensmittel lösen nur sehr selten (in weniger als einem Prozent der Fälle) eine lokale AR aus. Ausnahme: alkoholische Getränke. Sie können ganz allein eine Nasenschleimhautentzündung auslösen.