Testosteron nur bei nachgewiesenem Mangel – der Herzgesundheit zuliebe

Entsteht bei Männern ein behandlungsbedürftiger Testosteronmangel (Hpyogonadismus), kann dieser mit Medikamente ausgeglichen werden. Fachleute beobachten jedoch, dass eine Testosterontherapie immer häufiger auch ohne medizinisch begründeten Anlass begonnen wird. Aktuellen Studien zufolge kann dies das Risiko für Schlaganfälle, Herzschwäche und Herzstillstand erhöhen. Expert*innen raten dazu, vor dem Start der Behandlung unbedingt den Testosteronspiegel zu messen.

Zwei junge Männer in Anzügen verdeutlichen: Männer erkranken etwa zweieinhalb Mal häufiger an Blasenkrebs wie Frauen.
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Risiko für Herzstillstand, Herzschwäche und Schlaganfall steigt

Ein Team von Mediziner*innen vom Universitären Herz- und Gefäßzentrum in Frankfurt hat für seine Studie Gesundheitsdaten von Männern, die eine Testosterontherapie ohne Nachweis eines Hypogonadismus begonnen hatten, mit Männern, bei denen ein Hypogonadismus nachgewiesen war, verglichen und über einen Zeitraum von zehn Jahren nachbeobachtet. Es zeigte sich: Bei einer Behandlung ohne eindeutige Notwendigkeit stieg das Risiko für Herz-Kreislauf-Ereignisse um etwa fünf Prozent an. Die Gesamtsterblichkeit nach zehn Jahren stieg bei dieser Gruppe ebenfalls an: von von knapp sechs Prozent auf fast elf Prozent.

Testosteronwert vor Therapie bestimmen

Besonders auffällig: Mehr als 90 Prozent der Männer ohne Hypogonadismus starteten die Therapie ohne vorangehende Messung des Testosteronwertes. Diese ist jedoch in Leitlinien vorgesehen. Für die Bestimmung des Wertes reicht eine Blutprobe, die im Labor untersucht wird. Da der Testosteronspiegel von Tag zu Tag schwanken kann, sollten zwei morgendliche Blutproben untersucht werden.

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