Resistente Keine: immer mehr schwere Infekte

Multiresistente Keime verursachen in Europa immer mehr schwere Infekte. Die meisten Patienten stecken sich in Kliniken und Praxen an, so eine Studie. Die Weltgesundheitsorganisation WHO kritisiert: Antibiotika werden von Medizinern zu leichtfertig verschrieben – und von Patienten zu leichtfertig verlangt.

Gegen Grippe helfen Antibiotika nicht

Aktuell beobachtet die WHO vor allem die große Zahl der Antibiotika-Therapien während der Grippesaison mit Sorge. Antibiotika können zwar helfen, wenn aus der Grippe-Infektion eine sekundäre bakterielle Infektion erwächst, etwa der Nasennebenhöhlen oder der Atemwege. Die Grippeerreger selbst können Antibiotika nicht bekämpfen – sie wirken nur gegen Bakterien. Die Grippe wird jedoch von Viren ausgelöst.

Mehr Komplikationen durch Resistenzen in Europa

Komplikationen durch Resistenzen nehmen in Europa stark zu, warnt zudem die „Burden of Antimicrobial Resistance (AMR) Collaborative Group“ um Dr. Allessandro Cassini vom „European „Centre for Disease Control and Prevention“ (ECDC) in Solna bei Stockholm. Studienergebnissen zufolge belasten mehrfach resistente Problemkeime die Gesundheit in der Bevölkerung inzwischen ähnlich stark wie Grippe, Tuberkulose und HIV zusammen. Alarmierend: Diese Krankheitslast durch die Problemkeime hat sich dabei seit 2007 verdoppelt. Auch in Deutschland verursachen die resistenten Keime Probleme: Im europaweiten Vergleich der durch Infektionen mit resistenten Keimen verlorenen Lebensjahren liegt Deutschland nur auf dem achten Platz.

 

Quelle:

Ärztezeitung