Hohes Risiko trotz niedrigem PSA-Wert
Im Rahmen der gesetzlichen Früherkennung können Männer ab 45 Jahren jährlich eine Tastuntersuchung der Prostata nutzen. Mit diese Untersuchung kann jedoch nicht eindeutig geklärt werden, ob Veränderungen bösartig sind. Zudem lassen sich auf diesem Wege nicht alle Veränderungen erkennen. Fachleute empfehlen zur Früherkennung von Prostatakrebs daher einen regelmäßigen Bluttests, der ein bestimmtes in der Prostata gebildetes Eiweiß misst (PSA-Test). Manche Männer tragen allerdings auch bei niedrigen PSA-Werten ein erhöhtes Risiko, an Prostatakrebs zu erkranken.
Kombination von Blutwerten und individueller Krankheitsgeschichte
Ein neu entwickeltes Testverfahren setzt nur auf die Kombination von Blutwerten und Krankengeschichte, um das Erkrankungsrisiko möglichst individuell zu berechnen. Dazu bestimmen Labormediziner*innen aus einer Blutprobe nicht nur den PSA-Wert, sondern auch drei weitere Proteinmarker sowie bestimmte genetische Merkmale. Zusätzlich dokumentieren behandelnde Ärzt*innen Alter, familiäre Vorgeschichte von Prostatakrebs und ggf. Ergebnisse frühere Biopsien. Ein Algorithmus berechnet daraus das individuelle Erkrankungsrisiko.
Mehr Prostatatumore genauer erkennen
Studien zufolge kann der Test durch die Kombination dieser Faktoren nicht nur mehr Prostatakarzinome erkennen. Er hilft auch bei der Einordnung, ob die Tumore aggressiv sind oder langsam wachsen und daher erst einmal beobachtet werden können. Auch die Zahl von im Nachhinein unnötigen Gewebeuntersuchungen (Biopsien) reduzierte sich im Vergleich zu einer Vorsorge mit PSA-Test um 50 Prozent.

