Prostatakrebs-Vorsorge: individuelles Risiko mit Bluttest besser erkennen

Bösartige Tumore der Prostata sind die häufigste Krebserkrankung bei Männern. Ein neu entwickeltes Testverfahren könnte die Früherkennung von Prostatakrebs verbessern. Dazu kombiniert das Testverfahren verschiedene Blutwerte und genetische Marker mit gezielter Anamnese. Studien zufolge könnte dieses Testverfahren die Früherkennung verbessern.

 

Das Foto zeigt einen Mann im Alter von etwa 45 Jahren. Er trägt ein blaues kurzärmliges Poloshirt und lächelt in die Kamera. Im Hintergrund sieht man unscharf eine Innenstadtkulisse.
Sophie Paterson | Unsplash

Hohes Risiko trotz niedrigem PSA-Wert

Im Rahmen der gesetzlichen Früherkennung können Männer ab 45 Jahren jährlich eine Tastuntersuchung der Prostata nutzen. Mit diese Untersuchung kann jedoch nicht eindeutig geklärt werden, ob Veränderungen bösartig sind. Zudem lassen sich auf diesem Wege nicht alle Veränderungen erkennen. Fachleute empfehlen zur Früherkennung von Prostatakrebs daher einen regelmäßigen Bluttests, der ein bestimmtes in der Prostata gebildetes Eiweiß misst (PSA-Test). Manche Männer tragen allerdings auch bei niedrigen PSA-Werten ein erhöhtes Risiko, an Prostatakrebs zu erkranken.

Kombination von Blutwerten und individueller Krankheitsgeschichte

Ein neu entwickeltes Testverfahren setzt nur auf die Kombination von Blutwerten und Krankengeschichte, um das Erkrankungsrisiko möglichst individuell zu berechnen. Dazu bestimmen Labormediziner*innen aus einer Blutprobe nicht nur den PSA-Wert, sondern auch drei weitere Proteinmarker sowie bestimmte genetische Merkmale. Zusätzlich dokumentieren behandelnde Ärzt*innen Alter, familiäre Vorgeschichte von Prostatakrebs und ggf. Ergebnisse frühere Biopsien. Ein Algorithmus berechnet daraus das individuelle Erkrankungsrisiko.

Mehr Prostatatumore genauer erkennen

Studien zufolge kann der Test durch die Kombination dieser Faktoren nicht nur mehr Prostatakarzinome erkennen. Er hilft auch bei der Einordnung, ob die Tumore aggressiv sind oder langsam wachsen und daher erst einmal beobachtet werden können. Auch die Zahl von im Nachhinein unnötigen Gewebeuntersuchungen (Biopsien) reduzierte sich im Vergleich zu einer Vorsorge mit PSA-Test um 50 Prozent.

 

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