Prostatakrebs mit PSA-Test früh erkennen

Fachärzte gehen davon aus: Wird der PSA-Test korrekt durchgeführt und richtig ausgewertet, lässt sich Prostatakrebs schon bis zu zehn Jahre früher als bei der Tastuntersuchung erkennen. Die Früherkennung mittels PSA-Test ist jedoch nicht unumstritten. Vor allem eine große us-amerikanische Studie löste Zweifel an der Wirksamkeit des Bluttests aus. Forscher aus den USA haben nun entdeckt, dass ein grober Fehler die Ergebnisse der Studie verzerrt hat.

Eiweißbaustein weist auf Tumor der Prostata hin

Ein körpereigener Stoff hilft Ärzten dabei, ein Prostatakarzinom zu erkennen. Es handelt sich um das sogenannte prostataspezifische Antigen (PSA). Dieses Eiweiß stellt der Organismus ausschließlich in der Prostata her. Seine Konzentration im Körper können Labormediziner per Bluttest messen und in Nanogramm pro Milliliter (ng/ml) angeben. Der Wert liegt in Krebsgewebe zehnmal höher als in gesundem Gewebe. Aber auch andere Ursachen können den PSA-Wert in die Höhe treiben. Neben gutartigen Erkrankungen führen auch bestimmte Sitzpositionen wie beim Fahrradfahren oder Geschlechtsverkehr am Morgen der Blutabnahme zu erhöhten Testergebnissen.

PSA-Wert regelmäßig kontrollieren

Fachmediziner sind sich einig, dass ein einmalig gemessener, erhöhter PSA-Wert allein nicht aussagekräftig ist. Fachgesellschaften empfehlen daher in einer Leitlinie, den Wert regelmäßig zu kontrollieren. Ein erstmals gemessener Wert von weniger als 1 ng/ml gilt als unbedenklich. In diesem Fall reicht es, das PSA alle vier Jahre zu kontrollieren. Patienten mit Werten zwischen 1 und 2 ng/ml sollten alle zwei Jahre zum Test. Liegt die PSA-Konzentration zwischen 2 und 4 ng/ml, raten die Leitlinien-Autoren dazu, den Test vier Wochen später erneut zu kontrollieren. Fällt das zweite Ergebnis negativ aus, sind jährliche Kontrolluntersuchungen angebracht. Ist der Wert auch beim zweiten Test deutlich erhöht, klären weitere Diagnosemethoden wie Ultraschalluntersuchungen und Gewebeproben, ob tatsächlich Prostatakrebs vorliegt. Ri

 

Quellen:

Gesundheitsleitlinie Früherkennung von Prostatakrebs

Universitätsklinikum Heidelberg

The New England Journal of Medicine, Reevaluating PSA Testing Rates in the PLCO Trial

 

Mehr lesen:

IPF-Faltblatt Tumore

 

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