Neugeborenenscreening erweitert um vier Krankheiten

Seit Mitte Mai erkennt das Neugeborenenscreening vier Krankheiten mehr als bisher, darunter einen von der Mutter weitergegebenen Vitamin-B12-Mangel.

Neugeborenes Baby
Mario D | Pixabay

Kleiner Pieks, große Früherkennungswirkung bei Babys

Dank dem Neugeborenenscreening haben Eltern innerhalb von drei Tagen nach der Geburt Klarheit, ob ihr Baby gesund ist. Ein Tropfen Blut reicht dafür aus. Seit Mitte Mai kann der Labortest auch einen Mangel des Vitamins B12 erkennen. Unerkannt kann der Mangel schwere Folgen haben, die Entwicklung der Kinder beeinträchtigen und sogar das Hirn schädigen. Der Mangel entsteht nicht beim Kind, sondern überträgt sich von der Mutter, wenn diese während der Schwangerschaft nicht ausreichend mit Vitamin B12 versorgt war – zum Beispiel aufgrund einer Mangelernährung oder Autoimmunerkrankung. Neben dem B12-Mangel testet das Screening neuerdings auch auf drei seltene Stoffwechselerkrankungen: Homocystinurie, Propionazidämie und Methylmalonazidurie.

Früherkennung für 23 Erkrankungen

Das Neugeborenenscreening gibt es seit 1969, damals umfasste es nur die Suche nach einer einzigen Erkrankung. Seitdem ist die Untersuchung ständig erweitert worden. Seit 2005 ist die Teilnahme an dem Screening Kassenleistung. Mit den vier neuen Tests entdeckt das Neugeborenenscreening inzwischen 23 Erkrankungen, darunter Stoffwechselerkrankungen, hormonelle Störungen, Bluterkrankungen und Störungen des Immunsystems. Allen Krankheiten gemeinsam ist, dass durch die frühe Diagnose schnell eine Behandlung beginnen kann, um schwere Folgen zu vermeiden. Da das Neugeborenenscreening schon kurz nach der Geburt stattfindet, ist die Teilnahmequote mit fast 100 Prozent sehr hoch – die Früherkennungsmaßnahme hat nach Schätzungen schon tausende Todesfälle verhindert.

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