Neuer Test kommt Alkohol als Ursache von Fettleber auf die Spur

Für die Behandlung von Fettleber spielt die Erkrankungsursache eine entscheidende Rolle. Ein neuer Test liefert Hinweise anhand von fünf Routine-Laborwerten.

Alkoholflaschen in Sektkühler
Couleur | Pixabay

Fünf Werte, ein Ergebnis

Vorerkrankungen oder übermäßiger Alkoholkonsum – das ist die entscheidende Frage, wenn es um die Therapie steatotischer Lebererkrankungen geht, oft schlicht „Fettleber“ genannt. Beim überwiegenden Teil der Betroffenen liegen Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes oder weitere Risikofaktoren wie Übergewicht vor, Fachleute sprechen dann von einer „nicht-alkoholischen Fettleber“. Um zu erkennen, ob Patient*innen übermäßig viel Alkohol konsumieren, kann im Labor der Biomarker Phosphatidylethanol (PEth) bestimmt werden. Eine US-amerikanische Forschungsgruppe in San Diego hat nun herausgefunden, dass eine Kombination aus fünf einfachen Daten und Routine-Laborwerten bereits entscheidende Hinweise auf einen hohen Alkoholkonsum liefern kann. Ihr neues Verfahren nennen die Forschenden MAPI-Score.

Volkskrankheit Fettleber

Zu den fünf Werten, die in den MAPI-Score einfließen, gehören neben dem Geschlecht das mittlere korpuskuläre Volumen (MCV), der Leberwert Gamma-Glutamyltransferase (GGT oder γ-GT), das HDL-Cholesterin sowie der Langzeitblutzuckerwert HbA1c. Die Genauigkeit des spezialisierten und nicht überall verfügbaren PEth-Tests erreicht der Score nicht, aber das muss er auch gar nicht. Vielmehr lässt sich der MAPI-Score vor allem einsetzen, um zu entscheiden, bei wem ein PEth-Test sinnvoll ist. Insgesamt sind rund 25 bis 30 Prozent der Bevölkerung in Deutschland von einer nicht-alkoholischen Fettleber betroffen, Tendenz steigend.

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