Neuer Schnelltest auf Legionellen im Wasser

Die Temperaturen klettern langsam in die Höhe. Das Wasser in Rohrleitungen, Warmwassersystemen oder Kühlanlangen wird wärmer. Damit steigt auch das Risiko, von Legionellen im Trink- oder Duschwasser. Die Bakterien können Lungenentzündung auslösen. Ein neuer Schnelltest weist die Erregerquelle nach – und braucht dafür nur eine halbe Stunde.

Duschkopf sprüht Wasser

Den Legionellen auf der Spur

Legionellen bevorzugen 24 bis 25 Grad warmes Wasser und können Hausleitungen, Klimaanlagen, Whirpools, Schwimmbäder oder Autowaschanlagen besiedeln. Gelangen die stäbchenförmigen Bakterien durch Sprühnebel in die Lungen, können sie die sogenannte Legionärskrankheit, eine schwer bis tödlich verlaufende Lungenentzündung, auslösen. Dann ist es wichtig, schnellstmöglich die Quelle zu bestimmen, um weitere Infektionen zu vermeiden. Bislang musste für den Legionellen-Nachweis im Wasser aufwändig eine Bakterienkultur angelegt werden, Ergebnisse lagen erst zehn Tage später vor. Inzwischen existiert ein günstiger Einmal-Schnelltest, den Forschern der TU München entwickelten. Dieser entdeckt den gefährlichsten Legionellen-Erreger nicht nur innerhalb von 35 Minuten, sondern zeigt auch, welcher der 20 Unterarten vorliegt. Das erleichtert etwa Krankenhäusern und Umweltkontrolleuren erheblich die Diagnose, Therapie und Eindämmung einer Legionelleninfektion.

Schwere Lungenentzündung im Sommer: Urin testen lassen

Etwa 600 Fälle der Legionärskrankheit zählt das Robert Koch Institut seit Einführung der Meldepflicht pro Jahr in Deutschland. Die Lungenentzündung kann sehr schwer verlaufen, etwa zehn bis 15 Prozent enden tödlich. Oft beginnt die Krankheit plötzlich mit Unwohlsein, hohem Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Muskelschmerzen, Reizhusten oder Atemnot. Wird die Legionellen-Infektion schnell mittels einfachem Urintest erkannt, helfen Antibiotika.

 

Quelle:

TU München