Fehlerhafte Daten und schwache Evidenz
Die US-Administration bezieht sich bei ihren Aussagen zu den Risiken von Paracetamol auf eine Metaanalyse von 46 Studien, die schwache Hinweise auf ein mögliches Risiko für neurologische Entwicklungsstörungen gefunden hatte. Allerdings wird diese Studie aufgrund von methodischen Mängeln in Fachkreisen äußerst kritisch diskutiert. So wurden potenzielle Einflussfaktoren wie genetische Veranlagung, familiäre Umstände oder mütterliche Vorerkrankungen unzureichend berücksichtigt.
Studienlage: Paracetamol gilt als sicher
Andere Untersuchungen, die methodisch genauer und zudem deutlich umfangreichere Daten ausgewertet haben, fanden dagegen keinen Zusammenhang zwischen der Einnahme von Paracetamol in der Schwangerschaft und Autismus, ADHS oder geistiger Behinderung. Dazu gehört etwa eine in JAMA publizierte Studie mit 2,4 Millionen Kindern, die Daten der Jahre 1995 bis 2019 umfasst. Die Forscher*innen haben zudem auch die Daten von Geschwistern berücksichtigt. Auch der Berufsverband der Frauenärzt*innen (BFV) sowie das Institut für Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie (Embryotox) weisen darauf hin, dass eine bestimmungsmäßige Einnahme von Paracetamol kein Risiko für Schwangere und Ungeborene darstellt.
Medikamente in der Schwangerschaft nur nach ärztlicher Absprache
Grundsätzlich gilt: Auch Schwangere und Stillende müssen mit Arzneimitteln versorgt werden. Unbehandelte Erkrankungen können sowohl die Mutter als auch das Kind gefährden. Wichtig dabei ist die Abstimmung mit den betreuenden Ärzt*innen. Daher sollte auch Paracetamol nur nach ärztlicher Rücksprache eingenommen werden. Die Ärzt*innen können die individuellen Umstände abwägen, eine sichere Schmerzmedikation empfehlen und dann gemeinsam mit der Schwangeren eine Therapieentscheidung treffen.
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