Überdosierung auch durch Kombination von Nahrungsergänzungsmitteln möglich
Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfiehlt Erwachsenen und Jugendlichen ab 15 Jahren, täglich nicht mehr als 0,9 mg Vitamin B6 über Nahrungsergänzungsmittel zu sich zu nehmen. Allerdings beinhalten zahlreiche frei verkäufliche Produkte 25 bis 50 mg Vitamin B6 pro Kapsel oder Tablette. Das gilt sowohl für reine B6-Ergänzungsmittel als auch für B6 als Bestandteil hochdosierter Vitamin-B-Komplexe. Häufig entstehen zu hohe Mengen auch aus der Kombination verschiedener Nahrungsergänzungsmittel, die jeweils Vitamin B6 enthalten. Ebenfalls riskant: Auch wer langfristig nur geringe Mengen von Vitamin B6 konsumiert, kann auf Dauer auf Werte über 100 bis 200 mg/Tag kommen und eine Polyneuropathie entwickeln.
Bluttest auf Vitamin B6 klärt Ursachen und Therapiemöglichkeiten
Bisher sehen Behandlungsleitlinien nur in bestimmten Fällen vor, bei Patient*innen mit Symptomen einer Polyneuropathie auch den B6-Spiegel zu kontrollieren. Fachmediziner*innen schlagen vor, diesen Bluttest in die Routinediagnostik aufzunehmen. Der Grund: Eine durch zu viel Vitamin B6 verursachte Neuropathie kann sich von selbst schrittweise wieder bessern. Dafür müssen Betroffene jedoch die Präparate absetzen. Sollte die Nervenschädigung andere Ursachen haben, muss weiter nach den Ursachen gesucht und anders behandelt werden.
