Gicht: Wie Laborwerte die Therapie verbessern können

In Deutschland leben ca. 950 000 Menschen mit Gicht. Die Stoffwechselerkrankung entsteht, weil sich zu viel Harnsäure im Körper ansammelt. In der Folge kommt es zu schmerzhaften Gelenkentzündungen. Neuere Untersuchungen zeigen: Zielt die Therapie darauf ab, bestimmte Harnsäurewerte zu erreichen, lässt sich die Krankheit langfristig besser kontrollieren als mit dem Fokus darauf, Symptome zu lindern.

Das Foto zeigt einen nackten Fuß. Eine Hand massiert das rot geschwollene Grundgelenk des großen Zehs.
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Treat-to-Target oder symptomgesteuerte Gicht-Therapie

Um den Organismus zu entlasten, empfehlen Behandlungsleitlinien  unter anderem eine sogenannte Treat-to-Target-Strategie (T2T). Dabei gilt es, den Harnsäurewert mit Medikamenten abzusenken und innerhalb bestimmter Grenzen zu halten. Die im Blutserum messbare Harnsäure sollte den Wert von 0,36 Millimol pro Liter nicht überschreiten. Aus Sorge vor Nebenwirkungen einer dauerhaften Medikation empfehlen Leitlinien den  T2T-Ansatz jedoch nicht grundsätzlich. Alternativ können Behandelnde und Betroffene die Behandlung auch über die Reduktion von Symptomen steuern.  

Harnsäurewert im Blutserum konsequent senken hilft besser

Einer aktuellen Studie von Rheumatolog*innen aus den Niederlanden zufolge verbessert eine T2T-Strategie bei Gichterkrankungen langfristig die Krankheitskontrolle, ohne dass die Patient*innen vermehrt Nebenwirkungen in Kauf nehmen müssen. Im Vergleich der T2T-Behandlung mit einem rein symptomorientierten Krankheitsmanagement zeigte sich: Der Fokus auf die Senkung des Harnsäurewertes führte bei fast 40 Prozent der Behandelten zu nachlassenden Beschwerden. Bei den Patient*innen unter symptomgesteuerter Therapie erreichten dies nur 24 Prozent. Für beide Behandlungsvarianten bleibt es jedoch wichtig, die medikamentöse Therapie regelmäßig mit Labortests zu kontrollieren.

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