HPV-Impfung reduziert Erkrankungsrisiko
Anders als bei den meisten Krebserkrankungen können Frauen zur Vorsorge gegen Gebärmutterhalskrebs auch eine Impfung nutzen - die Impfung gegen Humane Papillom-Viren (HPV). Der Grund: Die überwiegende Zahl der Gebärmutterhalskrebs-Erkrankungen geht auf Infektionen mit sogenannten Hochrisiko-HPV zurück. Aktuelle Auswertungen von Versichertendaten belegen: Bei Frauen mit vollständigem HPV-Impfschutz entwickeln sich deutlich seltener verdächtige Zellveränderungen. Der Anteil hochgradiger und karzinomverdächtiger Befunde liegt bei ihnen unter zwei Prozent, bei Ungeimpften jedoch bei fast fünf Prozent. Da die HPV-Impfung erst seit 2007 zur Verfügung steht und möglichst bis zum 17. Lebensjahr erfolgt sein sollte, können nicht alle Frauen vom Impfschutz profitieren. Umso wichtiger ist konsequente Früherkennung. Wie die Auswertung des G-BA zeigt, werden Zellveränderungen bei Frauen, die regelmäßig zur gynäkologsichen Vorsorge gehen, deutlich früher erkannt; bereits entstandene Tumore sind deutlich öfter noch lokal begrenzt.
Darmkrebs: Risiken früher erkannt, weniger Erkrankte
Darmkrebs gehört zu den häufigsten Krebserkrankungen bei Frauen und Männern. Seit 2019 erhalten alle gesetzlich Versicherten ab einem Alter von 50 Jahren regelmäßig eine schriftliche Einladung zur Teilnahme an der Vorsorgeuntersuchung. Die aktuelle Auswertung des G-BA belegt die Wirkung der Früherkennung: Bei den Teilnehmer*innen lag die Krebsrate um 25 Prozent niedriger als bei denjenigen, die auf eine regelmäßige Vorsorge verzichtet haben. Zudem wurden Darmkrebserkrankungen im Rahmen der regelmäßigen Früherkennung deutlich früher in besser zu behandelnden Stadien diagnostiziert. Problematisch bleibt die Teilnahmequote: Trotz der deutlichen Vorteile nehmen dem G-BA zufolge nur zwischen drei und vier Prozent der Männer sowie zwölf bis 13 Prozent der Frauen das Vorsorgeangebot per Einladung wahr.
