Mit Blutuntersuchung Bauchspeicheldrüsenkrebs aufspüren
Für ein Pankreaskarzinom gibt es bisher keine sicherere Methode der Früherkennung. Wissenschaftler der Universitätsmedizin Greifswald arbeiten jetzt an einem Labortest, der frühzeitig auf bösartige Wucherungen in der Bauchspeicheldrüse hinweist. Dazu nutzen sie die Metabolomik. Der Begriff leitet sich von Metabolismus (Stoffwechsel) ab. Diese Forschungsrichtung erfasst alle Bestandteile des Stoffwechsels und untersucht ihre Wechselwirkung in Stoffwechselprozessen. Analog zum Genom, der Gesamtheit aller Gene, bezeichnen die Wissenschaftler die am Stoffwechsel beteiligten Stoffe als Metabolom. Anhand von Stoffwechselprodukten, Fetten und Enzymen im Blut erkennen die Forscher aus dem Metabolom eine Signatur, die für Bauchspeicheldrüsenkrebs charakteristisch ist.
Überlebenschancen um 30 bis 40 Prozent verbessern
Erste Studien mit mehr als 900 Patienten zeigen: Eine Kombination von neun Stoffwechselwerten und einem Tumormarker kann ein Pankreaskarzinom mit einer Sicherheit von mehr als 99 Prozent ausschließen. Nun wollen die Wissenschaftler dieses Testverfahren für den klinischen Alltag weiterentwickeln. Das würde die Überlebenschancen betroffener Patienten um 30 bis 40 Prozent erhöhen, hoffen die Forscher. Ein weiterer Vorteil: Die Stoffwechsel-Signatur verbessert auch die diagnostische Sicherheit. Sie hilft dabei, die Anzeichen einer chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung von Beschwerden abzugrenzen, die auf Krebs des Organs hinweisen. Bei einem Drittel der Studienteilnehmer konnten Ärzte besser entscheiden, ob die Patienten eine Operation brauchten.
Quelle:
Informationsdienst Wissenschaft
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