Gefürchtete Folgeerkrankung: HUS
Eigentlich leben Bakterien der Familie enterohämorrhagische Escherichia coli, kurz EHEC, im Darm von Tieren. Für unter anderem Rehe, Schafe oder Ziegen sind sie völlig harmlos, ganz anders als für den Menschen. Aktuell häufen sich insbesondere in Mecklenburg-Vorpommern die EHEC-Infektionen. Ab Mitte August bis zum 1. September hatte das Land 22 Fälle registriert, überwiegend waren Kinder betroffen, die zum Teil auf Intensivstationen behandelt werden mussten. In sechs Fällen war es im Anschluss an die EHEC-Erkrankung zu einem HUS gekommen – einem Hämolytisch-urämischen Syndrom. Die gefürchtete Komplikation verläuft in seltenen Fällen tödlich und kann zu chronischen Folgeschäden an den Nieren führen. Je früher sie entdeckt wird, desto besser ist sie behandelbar. Deshalb gilt: Bei schwerem Durchfall sofort zum Arzt oder zur Ärztin. Über einen Stuhltest lässt sich eine EHEC-Infektion sicher diagnostizieren: entweder mithilfe eines PCR-Tests oder durch eine Zellkultur, die die von EHEC-Bakterien gebildeten Shigatoxine nachweist.
EHEC-Ansteckung häufig über Nahrungsmittel
Zwischen 3.500 und 4.500 EHEC-Infektionen zählt das Robert Koch-Institut jedes Jahr. Häufig erfolgt die Ansteckung über verunreinigte Lebensmittel, darunter Rohmilchprodukte und rohes bzw. nicht völlig gegartes Fleisch, etwa in Hamburgern. Da EHEC-Bakterien außerhalb des Darms von Tieren lange überleben, kommt es auch immer wieder zu Infektionen über mit Tierkot versetztem Dünger. Unter anderem kam es 2011 zu einem schweren EHEC-Ausbruch mit mehr als 50 Todesfällen. Damals konnten – nach mehrmonatiger Detektivarbeit der Behörden – verunreinigte Sprossen als Ursache identifiziert werden. Daneben ist auch eine Infektion über verunreinigte Gegenstände möglich. Entschiedene Hygienemaßnahmen können erheblich zum Schutz beitragen.
