Grippe: früh in antivirale Therapie einsteigen und über Impfung informieren

In der vergangenen Woche haben sich Influenza-Viren in Deutschland rasant verbreitet. Bei erkrankten Risikopatienten sollten behandelnde Mediziner früh antivirale Therapien erwägen, raten Experten. Zudem mindert auch jetzt noch eine Impfung das Infektionsrisiko.

Kranker älterer Mann liegt mit Fieberthermometer und Wärmflasche auf dem Sofa.
Ljupco Smokovski - Fotolia

Bei akuter Atemwegserkrankung an Grippe denken

In der 7. Meldewoche (MW) wurden nach Infektionsschutzgesetz (IfSG) bislang 23.379 labordiagnostisch bestätigte Influenzafälle an das RKI übermittelt. Generell sollten Ärzte  während einer Grippewelle bei allen Patienten mit akuter Atemwegserkrankung an Influenza denken – unabhängig davon, ob die Patienten geimpft sind oder nicht, betont das RKI. Bei Menschen mit erhöhtem Risiko für einen schweren Verlauf (Grunderkrankung, höheres Alter) sollten Mediziner frühzeitig eine antivirale Behandlung in Betracht ziehen.

Zur Impfung raten

Impfen ist auch jetzt während der Grippewelle noch sinnvoll, betont das RKI. Es dauert zwar zehn bis 14 Tage, bis sich der Schutz vollständig aufgebaut hat. Die hohe Infektionsgefahr kann jedoch nach Einschätung der Experten noch länger andauern. Auch der EU-Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis hatte wegen der starken Grippewelle in vielen Nachbarländern noch zur Impfung aufgerufen. Influenza B-Viren (mit 99 % aus der Yamagata-Linie) sind seit der 40. KW 2017 mit 75 Prozent  die am häufigsten identifizierten Influenzaviren, gefolgt von Influenza A(H1N1)pdm09-Viren mit 21 Prozent und Influenza A(H3N2)-Viren mit vier Prozent. Die Wirksamkeit des trivalenten Standard-Impfstoffs liegt nach RKI-Angaben im Moment bei 46 Prozent. RKI-Experten bewerten dies vor dem Hintergrund der üblichen Schwankungsbreite zwischen 20 und 60 Prozent Wirksamkeit bei Grippe als gar nicht schlecht.

 

Quellen:

Ärztezeitung

Robert Koch-Institut