Nur wenige Menschen nutzen Darmkrebsfrüherkennung

Wird Darmkrebs frühzeitig erkannt, ist er sehr gut heilbar. Mit einer Darmspiegelung oder einem Stuhltest lassen sich Krebsvorstufen schnell identifizieren und entfernen. Doch nur wenige Menschen nutzen die kostenlosen Vorsorgeuntersuchungen, wie eine aktuelle Studie zeigt.

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Stuhltest fahndet nach okkultem Blut

Versicherten ab 50 Jahren steht jährlich ein fäkaler Okkultbluttest zu, um dem Darmkrebs zuvorzukommen; Menschen ab 55 Jahren alle zwei Jahre, wenn in der Zwischenzeit keine Darmspiegelung stattgefunden hat. Der Test fahndet in einer Stuhlprobe nach okkultem Blut, das durch Vorstufen (Polypen) oder Frühstadien des Darmkrebses in den Stuhl gelangt. Seit 2017 nutzen Mediziner dafür einen immunologischen Test (iFOBT), der schneller und einfacher durchzuführen ist und eine höhere Genauigkeit aufweist als der Vorgänger. Gerade für Patienten, die keine Darmspieglung durchführen lassen wollen, ist der Stuhltest oft eine angenehmere Alternative. Die Studie des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung zeigt aber: Zwischen 2009 und 2018 nahmen 15 Prozent weniger Männer zwischen 50 und 54 Jahren diesen Test in Anspruch, bei den Frauen waren es sogar 21 Prozent.

Nur 2,5 Prozent nutzen präventive Darmspiegelung

Bei der präventiven Darmspiegelung, die Frauen ab 55 Jahren und Männern ab 50 Jahren alle zehn Jahre zusteht, gingen die Zahlen zwar nicht zurück. Sie blieben aber mit jährlich 2,5 Prozent bei den Männern und 2,6 Prozent bei den Frauen zwischen 55 und 64 Jahren stabil auf einem sehr niedrigen Niveau. Insgesamt nahmen etwa 35 Prozent der Männer und 47 Prozent der Frauen zwischen 55 und 64 Jahren eine präventive Darmspiegelung oder mindestens drei fäkale Okkultbluttests in Anspruch. Um mehr Menschen zu den Darmkrebsscreenings zu bewegen, werden anspruchsberechtigte Versicherte seit Sommer 2019 schriftlich zu den Früherkennungsuntersuchungen eingeladen.

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