Osteoporose-Prävention Knochen – Osteoporose-Prävention

Die Osteoporose ist eine Erkrankung des Knochens, die mit zunehmendem Alter auftritt: Die Knochendichte nimmt ab, der Knochen wird brüchiger. Die Osteoporose wird deshalb auch als Knochenschwund bezeichnet. Vor allem Frauen nach der Menopause sind davon betroffen.

Stand September 2019

Osteoporose entsteht schleichend

Der menschliche Knochen erscheint auf den ersten Blick fest, starr und unveränderlich. Dies ist er jedoch in Wahrheit nicht, sondern es findet ein ständiger Umbau statt, indem Knochenmasse ab und aufgebaut wird. Bis etwa zum 30. Lebensjahr nimmt die Knochenmasse – stetig langsamer werdend – zu; danach herrscht einige Jahre ein Gleichgewicht zwischen Auf- und Abbau. Der etwa ab dem 40. Lebensjahr beginnende langsame Verlust an Knochenmasse gehört zum normalen Alterungsprozess. Gefährlich wird dieser Vorgang erst dann, wenn die Abbaugeschwindigkeit ein bestimmtes Maß übersteigt oder in rasanter Weise zunimmt. Die Folge: Osteoporose entsteht. Aufgrund der veränderten Altersstruktur – immer mehr Menschen werden immer älter – nimmt die Zahl der Menschen, die an Osteoporose erkranken, stark zu. Nach entsprechendem Verlust von Knochenmasse können Knochenbrüche auftreten; besonders betroffen sind Rückenwirbel, Oberschenkelhals und Unterarm.

Osteoporose: Wer ist gefährdet?

Osteoporose und Wechseljahre

Neben Menschen, die von Nierenversagen, Krebserkrankungen und Autoimmunerkrankungen betroffen sind, ist besonders eine Gruppe gefährdet, nämlich Frauen in und nach den Wechseljahren. Das von den Eierstöcken produzierte weibliche Geschlechtshormon Östradiol wirkt nämlich nicht nur auf die Geschlechtsfunktionen, sondern hat eine schützende Wirkung auf den Knochenstoffwechsel. Es verhindert einen zu starken Abbau von Knochensubstanz. Etwa 30 bis 40 Prozent aller gesunden Frauen entwickeln nach der letzten Regelblutung (Menopause) durch die erheblich abnehmende Östrogen-Produktion des Körpers eine Osteoporose. Sie bauen in dieser Lebensphase massiv Knochen ab, und zwar meist erheblich mehr, als durch Reparaturvorgänge des Körpers aufgebaut werden kann.

Vitamin D-Mangel: auch Männer gefährdet

Ein weiterer Grund für den erhöhten Knochenabbau kann in einer suboptimalen Vitamin-D-Versorgung liegen, die häufig bei Frauen nach der Menopause zu beobachten ist, aber auch bei Männern ab dem 60. Lebensjahr. In vielen Fällen führt dies zu einer leichten bis deutlichen Mehrausschüttung von Nebenschilddrüsenhormonen (Parathormon). Darauf reagieren diese Personen unterschiedlich stark mit gesteigertem Knochenabbau.

Diagnostik der Osteoporose

Dem Arzt stehen verschiedene diagnostische Verfahren zur Verfügung. Frauen sollten ab dem 50. Lebensjahr oder zwei Jahre nach der letzten Regelblutung alle fünf Jahre die Untersuchungen durchführen lassen, Männer ab dem 55. Lebensjahr ebenfalls alle fünf Jahre.

Biomarker für Osteoporose

Gemäß der bis 2022 gültigen DVO-Leitlinie zur Prophylaxe, Diagnostik und Therapie der Osteoporose bei postmenopausalen  Frauen und bei Männern eignen sich diese Biomarker zur Diagnose einer Osteoporose:


Knochenaufbau
Osteocalcin (OC)
Prokollagen Typ 1 (P1NP)
Knochenalkalische Phosphatase (bALP), 

Knochenabbau
Pyridinolin (PYD)
Desoxypyridinolin (DPD) 
N-terminales Kollagen-Typ-I-Telepeptid (NTX) 
C-terminales-Kollagen-Typ-I-Telopeptid (CTX) 
Tartrat-resistent saure Phosphatase (TRAP5b)

Die am häufigsten durchgeführte Methode ist die Knochendichte-Messung. Sie kann jedoch nur eine Momentaufnahme des Knochenzustands liefern, was bedeutet, dass eine Osteoporose häufig zu spät – nachdem bereits ein erheblicher Abbau des Knochens stattgefunden hat – erkannt wird. Um rechtzeitig eingreifen zu können, ist es jedoch notwendig, den gesteigerten Knochenabbau frühzeitig zu erkennen.

Das aktuelle Osteoporose-Risiko lässt sich durch neue, hochempfindliche Bluttests ermitteln, die den Abbau von Knochenmasse und nicht die vorhandene Knochenmasse anzeigen. Mit der Messung von Pyridinolin und Desoxypyridinolin (sogenannte Crosslinks) im Urin oder Typ-I-Kollagen-Telopeptiden im Blut ist ein erhöhter Knochenabbau frühzeitig erkennbar.

Eine weitere Möglichkeit, der Osteoporose auf die Spur zu kommen, ist die Untersuchung von 25-OH-Vitamin D im Blut. Mit der Messung von 25-OH-Vitamin D wird die Vitamin-D-Versorgung untersucht. Ein Mangel an Vitamin D begünstigt gesteigerten Knochenabbau. Besonders sinnvoll ist eine diesbezügliche Untersuchung zwischen Januar und April, da zu dieser Zeit bei den meisten über 50-Jährigen ein Mangel an Vitamin D vorliegt, der zu gesteigertem Knochenabbau führt. 

Vorgeschlagene Tests bei Osteoporose

  • Pyridinolin und Desoxypyridinolin im Urin (am besten im 1. Morgenurin, d. h. beim Aufstehen ein Röhrchen Urin auffangen
     
  • Typ-I-Kollagen-Telopeptide (auch genannt CTX = Cross-Laps oder NTX = Osteomark) im Blut (morgens nüchtern, am besten vor 08:30 Uhr, binnen einer halben Stunde, da eine deutliche Tagesrhythmik existiert)
     
  • 25-OH-Vitamin D (am besten zwischen Januar und April oder zusätzliche Untersuchung zwischen Januar und April), evtl. zusätzlich Parathormon (Nebenschilddrüsenhormon) im Blut untersuchen (morgens nüchtern, da auch eine deutliche Tagesrhythmik existiert)