Test ermöglicht frühzeitige Diagnose Blasentumor

Blasenkrebs ist eine heimtückische Tumor-Erkrankung. Der Tumor in der Blase kann jahrelang wachsen, ohne dass sich Beschwerden einstellen und die Betroffenen davon etwas merken. Für einen Blasenkrebs gilt jedoch, was auch für viele andere Krebserkrankungen gilt: Je früher er erkannt wird, desto besser sind die Behandlungs- und Heilungschancen.

Stand Mai 2014

Verdächtige Symptome

Wenn plötzlich, wie aus heiterem Himmel kommend, der Urin einmal oder wiederholt blutig verfärbt ist, besteht der dringende Verdacht auf Blasenkrebs. Leider tritt dieses Leitsymptom nicht zu Beginn der Erkrankung auf. Weitere Beschwerden, die den Verdacht auf einen Blasentumor nahelegen, sind ein erschwertes, bisweilen schmerzhaftes Wasserlassen und häufiger Harndrang. Die Symptome können jedoch auch als Blasenentzündung fehlgedeutet werden. Damit besteht die Gefahr, dass die Diagnose Blasentumor monatelang verschleppt wird. Dies ist umso fataler, da es beim Blasenkrebs keine echten Frühsymptome gibt.

Blasenkrebs – Risikofaktoren

Männer erkranken ca. zweieinhalb Mal so häufig wie Frauen an Blasenkrebs. Die Sterberate hingegen liegt bei Frauen höher. Tumoren der Blase und der oberen Harnwege sind die am besten untersuchten Krebsarten im Zusammenhang mit Risikostoffen aus der Arbeitswelt. Demnach sind besonders Arbeitnehmer in der chemischen, Gummi-, Farbstoff- und Lederindustrie sowie Tankwarte, Friseure und Fernfahrer gefährdet. Zudem haben insbesondere Raucher und Personen, die jahrelang Schmerzmittel einnehmen, ein erhöhtes Krebsrisiko. Des Weiteren begünstigen chronische Blasenentzündungen und Harnabflussstörungen die Entstehung von Blasenkrebs. Die krebsauslösenden Substanzen werden in der Industrie und beim Rauchen über die Haut oder mit der Atemluft aufgenommen und anschließend mit dem Urin wieder ausgeschieden. Auf diesem Weg kommen sie mit der Harnblase in Kontakt. Die Zeitspanne, bis sich ein Tumor bildet, kann 15 bis 30 Jahre betragen.

Blutiger Urin - was tun?

Die Ursache für Blut im Urin – auch wenn es nur einmal auftritt – muss beim Urologen abgeklärt werden. Dazu ist eine Standarddiagnostik festgelegt: eine Urinuntersuchung, eine Urinkultur zur Aufdeckung einer möglichen Infektion und eine Ultraschalluntersuchung des Harntrakts. Zur weiteren Abklärung kann eine Blasenspiegelung notwendig sein. Damit kann der Urologe die Harnröhre und die Blase nach Tumoren absuchen. Als zusätzliche Untersuchungsmethode steht die Urinzytologie zur Verfügung. In einer Urinprobe wird unter dem Mikroskop nach bösartig veränderten Zellen gefahndet. Diese Methode hat jedoch den Nachteil, dass sie oftmals zu falschen Ergebnissen führt, da sie nur eine sehr niedrige Empfindlichkeit für eine frühe Tumordetektion besitzt.

Diagnose mit Tumormarkern

Für die frühzeitige Diagnose von Blasenkrebs und das Monitoring nach Blasenkrebsbehandlungen gibt es verschiedene Urin-Tests, die erheblich sensitiver sind als die Urinzytologie. Neben gerätebasierten Tests gibt es Schnelltests, die verschiedene Blasenkrebsmarker (Proteine, Antigene) nachweisen. Ein Vorteil der Urin-Tests besteht im Wesentlichen darin, dass sie einfach und ohne Belastung für den Patienten durchgeführt werden können. Somit sind sie zur Vorsorge, Diagnose und Therapieüberwachung von Blasenkrebs geeignet.

Vorsorgetests für Risikogruppen wünschenswert

Weil die Chance an Blasenkrebs zu erkranken, vor allem auf Risikofaktoren zurückzuführen ist, macht es durchaus Sinn, vor einem Screening einen Risikocheck durchzuführen, um so die Anzahl möglicher falscher Testergebnisse zu minimieren. Deshalb ist es gerade bei Risikogruppen wie Rauchern und bestimmten Arbeitnehmergruppen (siehe oben) wichtig, regelmäßig einen Vorsorgetest zu machen. Bislang werden allerdings solche Tests nur von den privaten Krankenkassen erstattet.

Frühe Diagnose verbessert Prognose

Wie wichtig eine möglichst frühzeitige Diagnose des Blasentumors ist, belegen die Zahlen: Bei bis zu 30 Prozent der Patienten liegt bei der Diagnose bereits ein Krebsstadium vor, in dem der Krebs in die Blasenwand eingewachsen ist und somit eine ungünstige Prognose hat. Durch eine frühzeitige Diagnose und eine entsprechende Therapie können fatale Folgen sowie schwere Operationen, wie die vollständige Entfernung der Harnblase, verhindert werden.

Therapiekontrolle mit Biomarkern

Auch zur Therapieüberwachung leisten Markerbasierte-Tests Hilfe, da die Rückfallhäufigkeit relativ hoch ist. Bei bis zu 70 Prozent der Patienten treten nach einer Entfernung des Krebses durch die Harnröhre wieder Tumoren auf. Durch Verwendung von Tumormarker-Tests, vor allem bei niedrig-gradigen Tumoren, können so die Intervalle zwischen unangenehmen Blasenspiegelungen vergrößert werden.

Behandlungsmethoden

Die Behandlung eines Blasentumors besteht in der Operation, Bestrahlung oder Chemotherapie. Diese Methoden werden kombiniert oder einzeln eingesetzt. Das Alter, der Gesundheitszustand des Patienten, Ausdehnung und Grad der Bösartigkeit des Tumors bestimmen die Therapie. Zirka 70 Prozent aller Blasentumoren werden in einem Stadium erkannt, in dem sie noch oberflächlich wachsen. Sie werden dann mit einer durch die Harnröhre eingeführten elektrischen Schlinge (transurethrale Resektion) abgetragen. 

Sorgfältige Nachsorge erforderlich

Da die Rückfallhäufigkeit hoch ist, werden nach der Resektion in bestimmten Zeitabständen tumorhemmende Substanzen gegeben. Bei dieser lokalen Instillationsbehandlung wird die Substanz über einen Katheter in die Blase gespritzt. Regelmäßige Blasenspiegelungen zur Therapieüberwachung sind dennoch erforderlich.