Über 600 Merkmale im menschlichen Blut

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Bei Blutspenden kommt es darauf an, dass Spender- und Empfängerblut sich miteinander vertragen. Von den insgesamt 600 Merkmalen im Blut entscheiden Blutgruppe und Rhesusfaktor darüber, wie sich das Spenderblut mit dem des Empfängers verträgt.

AB0 und Rhesusfaktor

Das menschliche Blut besteht zwar bei allen Menschen aus denselben Bestandteilen – rote und weiße Blutkörperchen, Blutplättchen und Blutserum. Es unterscheidet sich jedoch auch in wesentlichen Punkten. Dazu gehören die Eiweiße auf der Hülle (Membran) der roten Blutkörperchen (Erythrozyten). Je nach ihrer chemischen Struktur bilden sie die Antigene A, B oder treten in Kombination auf. Fehlen die Antigene ganz, handelt es sich um die Blutgruppe 0. Die Blutgruppe zu kennen, ist für Blutspenden entscheidend: Beim Kontakt mit Blut einer anderen Gruppe reagiert das Immunsystem auf die Antikörper, das Blut verklumpt. Ausnahme: Blutgruppe 0 vertragen dank der fehlenden Antikörper alle Menschen. Zusätzlich zum AB0-System bestimmen Mediziner anhand des Rhesusfaktors, welche Blutgruppen zueinander passen: Bei Menschen mit Blutgruppen vom Typ Rhesus positiv (Rh+) tragen die roten Blutkörperchen auf der Oberfläche ein D-Antigen. Bei Rhesus-negativen (Rh-) Menschen fehlt dieses Antigen.


Blutgruppen mit Labortests bestimmen

Labormediziner bestimmen aus einer Blutprobe und aus Blutserum die Blutgruppe der Spendenempfänger. Wenn es schnell gehen muss, nutzen sie dafür Schnelltests, die direkt am Bett des Patienten, der eine Transfusion benötigt, durchgeführt werden. Bleibt mehr Zeit, testen Mediziner das Blut ausführlicher. Dabei bringen sie die roten Blutkörperchen der Patienten mit Testblut aller Blutgruppen und Rhesusfaktoren in Kontakt. Entsprechend der Reaktionen ordnen sie dann die Blutgruppe zu. Zur Sicherheit erfolgt eine sogenannte Eigenkontrolle. In diesem Test bringen Labormediziner Blutserum, das ebenfalls Blutgruppen-Antigene enthält, und Blutkörperchen des Patienten zusammen. So prüfen sie, ob die Antigene auf den roten Blutkörperchen und im Serum sich vertragen. Nur dann ist die Blutgruppe korrekt bestimmt.

 

Quellen:

Blutspendendienste des Deutschen Roten Kreuzes

Bundesärztekammer