Inkontinenz: Elf Prozent der 60-Jährigen sind betroffen

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Der demografische Wandel sorgt dafür, dass in Deutschland immer mehr Menschen mit Harninkontinenz leben. Elf Prozent der 60-Jährigen leiden unter unkontrolliertem Urinverlust, bei den 80-Jährigen sind es sogar 30 Prozent.

Risikofaktor: Diabetes

Für alle Menschen gilt: Im Alter lässt die Elastizität des Gewebes nach. Das betrifft auch die Funktionsfähigkeit des Detrusormuskels, der das Zusammenziehen und Weiten der Harnblase kontrolliert. Zudem steigt mit dem Alter die Zahl der Patienten mit chronischen Erkrankungen wie Diabetes mellitus. Diese wiederum begünstigen eine Inkontinenz. Oft schädigt der dauerhaft hohe Blutzucker die Nerven und beeinträchtigt das körperliche Empfinden – eine diabetische Blasenkontrollstörung entsteht. Beeinträchtigt die Diabetes-Erkrankung die Nieren, neigen Betroffene dazu, weniger Flüssigkeit aufzunehmen. Die Blase will sich trotzdem entleeren und verlernt zu erkennen, wann sie voll ist.


Ursachen abklären

Wer weiß, dass er oder sie gefährdet ist, eine Inkontinenz zu entwickeln, kann meistens sehr gut gegenwirken. Mit einem ehrlichen Anamnese-Gespräch, Trink- und Miktionsprotokollen und einem Urintest kommt der Arzt den häufigsten Ursachen auf die Spur. Den Verdacht auf Diabetes klärt ein Bluttest ab. Diabetiker, die ihre Blutzuckerwerte in der Folge regelmäßig selbst im Blick behalten, können ihre Krankheit gut kontrollieren und ihre Lebensqualität erhalten. So kommt es bestenfalls gar nicht zu ungewolltem Urinverlust. Und: Bei manchen scheinbar inkontinenten Älteren liegt nur eine gut behandelbare, aber unerkannte Harnwegsinfektion vor.

 

Quelle:

Harninkontinenz im Alter, Ärzteblatt