Impfen: nur zwei Prozent der Kinder mit Nebenwirkungen

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Impfen macht krank? Von wegen. Laut einer Erhebung des Robert Koch-Instituts (RKI) verlaufen Impfungen bei rund 98 Prozent der kleinen Patienten völlig komplikationslos. Die positiven Folgen sind beträchtlich: Laut WHO senkten Impfungen die Zahl der Masern-Todesfälle von 2000 bis 2014 weltweit um 79 Prozent.

Selbst häufigste Impfnebenwirkungen noch sehr selten

Im Rahmen des Kinder- und Jugendgesundheitssurveys (KIGGS) von 2003 bis 2006 werteten die RKI-Experten Angaben von über 16.000 Teilnehmern auf Impfnebenwirkungen aus. Insgesamt berichteten Eltern bei 332 Kindern von Unverträglichkeiten nach einer oder mehreren Impfungen. Am häufigsten traten Beschwerden bei der Immunisierung gegen Masern auf. Die Zahlen zeigen jedoch, dass befürchtete Nebenwirkungen wie Fieberkrämpfe oder Impfmasern insgesamt selten sind: Bei 26.000 erfolgten Masernimpfungen kam es in fünf Fällen zu Fieberkrämpfen. Das entspricht einer Quote von 0,02 Prozent. Durch Impfstoffe hervorgerufene Masern registrierten die Experten bei 0,04 Prozent der Impfungen.

Impfung schützt vor schweren Komplikationen

Röten, Mumps oder Masern sind keine harmlosen Kinderkrankheiten. So verlaufen etwa Maserninfektionen auch in Industrienationen wie Deutschland nicht immer harmlos. Bis zu 20 Prozent der Erkrankten leiden unter zum Teil schwerwiegenden Komplikationen. Bei kleinen Kindern ohne Impfschutz und Erwachsenen kommt dies besonders häufig vor. Dem Bundesgesundheitsministerium zufolge entwickelt sich bei bis zu jedem zehnten Patienten eine bakterielle Lungen- oder Mittelohrentzündung, einer von 1.000 erkrankt an einer durch die Masernviren ausgelöste Gehirnentzündung. Diese kann das Gehirn dauerhaft schädigen und führt bei jedem fünften bis zehnten dieser Patienten zum Tode.

 

Quellen:

Robert Koch-Institut

Ärztezeitung


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