Herzinfarkt: nur eine Stunde vom Verdacht bis zur Diagnose

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Nicht jeder Herzinfarkt zeigt sich eindeutig auf einem EKG. Darum nutzen Mediziner auch sogenannte kardiale Biomarker. Dazu gehört der sogenannte Troponin-Wert. Mit seiner Hilfe steht die Diagnose inzwischen schon nach einer Stunde fest – und bis zu 40 Prozent der Patienten können die Notaufnahme beruhigt verlassen.

Herzinfarkt schnell feststellen

Bei einem Herzinfarkt werden Herzmuskelzellen geschädigt. Dabei gibt der Organismus bestimmte Eiweiße und Enzyme ins Blut ab. Zu diesen Biomarkern gehört auch das Troponin. Mediziner nutzen Troponin T- und Troponin I-Werte, um bei Patienten mit Verdacht auf Herzinfarkt, aber mehrdeutigen Symptomen die Diagnose abzuklären und zu beschleunigen. Dazu nehmen sie den Betroffenen bei der Krankenhausaufnahme Blut ab und kontrollieren das Testergebnis eine Stunde später mit einem erneuten Bluttest. Finden sie dabei Werte, die im unteren Normbereich liegen, lässt sich ein akuter Herzinfarkt mit hoher Sicherheit ausschließen. So können 25 bis 40 Prozent aller Patienten mit akutem Brustschmerz innerhalb einer Stunde mit der Diagnose Infarktausschluss von der Notaufnahme entlassen werden.

 

Mikroinfarkte und Herzmuskelschäden mit Troponin-Test entdecken

Durch die hochsensiblen Testverfahren kommen Medizinern auch bisher unentdeckten Herzerkrankungen auf die Spur. Bei Patienten mit akutem Koronarsyndrom stellen sie um 20 Prozent mehr Herzinfarktfälle fest. Vor Einsatz der Labortests galt mancher dieser Mikroinfarkte als instabile Angina pectoris. Der Vorteil: Betroffene profitieren auch bei sehr geringen Schäden am Herzmuskelgewebe (Myokard) von einer intensiven Therapie. Zudem können Ärzte anhand der Troponin-Werte auch Myokardschädigungen bei Patienten mit anderen akuten oder chronischen Erkrankungen aufdecken. Das gilt etwa für Lungenerkrankungen oder Niereninsuffizienz.

 

Quelle:

Deutsche Gesellschaft für Kardiologie